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Samstag, 18. Januar 2014

Blick zurück und nach vorne

3'700

Diese eine nüchterne Zahl ist die kompakte Zusammenfassung meines Laufjahres 2013. 
2012 lautete die Jahres-Kilometer-Bilanz haargenau gleich 
(nach einer Steigerung um 500 km verglichen mit 2011).

3'700 Kilometer
Das ist eine zusammenhängende Strecke vom Stiefelabsatz Italiens 
bis an die Grenze von Lappland in Schweden. 

10.1 Kilometer pro Tag im Schnitt
71 Kilometer pro Woche (zwischen 0 und 106 Kilometer)
350 Stunden pro Jahr
6.7 Stunden pro Woche
mit 130 Schlägen Durchschnittspuls
(73 % der maximalen Herzfrequenz)

389 Wettkampf-Kilometer (10.5  %)
15 Starts 
6 x Marathon (253.2 km)
3 x Halbmarathon (63.3 km)
2 x 15 km (30.2 km)
4 x 10-10.5-11 km (42 km)

2013 hegte ich den Traum, meine Bestzeit über die Marathon-Distanz zu revidieren. 
Wenn ich zurückblicke war ich dazu wahrscheinlich zu ungeduldig. Vor dem dem Frühlings- und Herbst-Marathon habe ich mein Pulver auf den Unterdistanzen verschossen. 
Die erträumten sub 3:20 Stunden verpasste ich in Düsseldorf und verwirklichte mit 3:24:48 Stunden "nur" meinen zweitbesten Marathon.



Neue Bestzeiten 
15 km (1:07:45 Stunden) - kupierter Kerzerslauf im März 
10 km (41:34 Min.) - am Hallwilerseelauf im Oktober

Podestplatz
11 km (45:32 Min.) am Emmenlauf - 3. Damen III

Der grösste Fehler 
beim Jungfrau-Marathon spontan und nach nur fünf Wochen Vorbereitung den Versuch zu wagen, eine neue Bestzeit zu erzielen...
... die ich schliesslich um 3:40 Minuten verpasste!
In Florenz war ich im November definitiv zu müde für einen schnellen Marathon. 

Gute Wettkampfresultate zu erzielen, das ist das eine.
Hinter den nackten Resultaten steckt eher selten ein Lauferlebnis, das von einem nicht enden wollenden Runners-High geprägt ist (wie z.B. mein Kerzerslauf 2013). 



DER Wettkampf bei dem alles stimmt, man mit tollem Gefühl und schneller als erträumt unterwegs sein kann - der ist so selten wie eine Perle in einer Auster!

Seit wir vor zwei Jahren begonnen haben, Marathons im genussvollen Erlebnis-Tempo zu laufen, schätze ich diese "flowigen" Erfahrungen (z.B. Dubai 2013) mehr als das unterwegs Sein an der Grenze des Möglichen!



Und was wäre das Laufjahr ohne die 
Trainings-Kilometer 3311 (89.5 %) und 
Ferien-Kilometer 701 (18.9%)

Es ist dieses gemächlichere unter-Weg-s Sein das im 2013 die tiefsten Eindrücke hinterlassen hat. 
Ganz speziell jene Kilometer in unserer zweiten Heimat -
387 km (10.4 %) in Schweden




Auf 65.6° N Breite starteten wir in Ammarnäs (Västerbotten/Lappland) zu unserem nördlichsten Lauf im 2013.


215 km (5.8 %) unseres Laufpensums erbrachten wir in Italien.
Auf der Insel Elba gingen wir am häufigsten "fremd" 
40% (120 km) unserer Bike-Kilometer radelten wir in den Herbstferien
290 Jahres-Bike-Kilometer wären definiv ausbaufähig!



"Borta bra men hemma bäst" sagen die Schweden. 
(In der Fremde ist es schön, aber zuhause ab Besten!) 
Es ist verlockend, durch das Laufen ferne Länder zu entdecken und mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt zusammentreffen. 

Aber wie wäre der Alltag ohne die (fast) täglichen Lauf-Ausflüge direkt von der Haustüre weg?
Nicht missen möchte ich das hautnahe Erleben von Wetter, Wind und Jahreszeiten. Die kaum merklichen und manchmal rasanten Veränderungen der Vegetation, die Tier-Begegnungen - die ersten scheuen Lieder der Amseln, die Lerchenkonzerte im Sommer und die Rückkehr der Schwalben. Das Laufen unter dem Vollmond oder an einem schweisstreibenden Sommertag.
Mir würden die Lauf-Inseln zum Nachdenken fehlen, die langen Plauder-, Diskussions- und Pläne-Schmiede-Stunden mit Andi, inspirierender Austausch mit Lauf-Freunden oder die motivierenden Trainings mit meiner Lauf-Gruppe, den lätti runners. 





Das alltägliche Laufen soll in diesem Laufjahr mehr Gewicht erhalten als die Wettkämpfe. 2014 soll ein Pausen-Jahr werden, ohne maximal gelaufene Marathons, und auf schnelle Unterdistanz-Läufe möchte ich verzichten. 
Ein Jahr zum Energie tanken und geniessen - auch wenn der Einstieg der selbe sein wird, wie in den letzten beiden "schnellen" Jahren - wir freuen uns auf unsere 3. Teilnahme am Dubai-Marathon!

Das heutige Jogging stimmt mich optimistisch, dass dieser Erlebnis-Marathon gelingen könnte. Die Bauchschmerzen beim 30 km Longrun scheinen eine "Eintagsfliege" gewesen zu sein - heute waren wir unbeschwert unterwegs.

7.1 km Jogging 5:50 Min./km / Puls 117
+/- 60 hm / 2° Hochnebel
Track http://connect.garmin.com/activity/431611546

Montag, 31. Dezember 2012

Lauf-Jahres-Bilanz

3'700

Diese eine nüchterne Zahl könnte mein Laufjahr 2012 umschreiben.
So weit wie nie zuvor bin ich dieses Jahr gelaufen!




3'700 Kilometer :-)

Das ist weit!
Ganze 500 km weiter als 2011 (welches auch schon ein Rekordjahr war)!
Durchschnittlich etwas mehr als 10 km pro Tag 
und 70 km pro Woche (zwischen 7 und 105 km).

Wie weit 3'700 Kilometer sind, kann ich mir erst vorstellen, seit ich die Strecke auf die Google Maps Europakarte gelegt habe.

Wäre ich am 1. Januar 2012 in Lecce am Stiefelabsatz Italiens in mein Laufjahr gestartet, wäre ich heute in Ekorrsele in Schweden an der Grenze zu Lappland angekommen.

330 km der 3'700 Kilometer waren Wettkampf-Kilometer
verteilt auf 16 Starts 
4 x Marathon 
3 x 15 km bzw. 10 Meilen 
2 x Halbmarathon
4 x 10 km 

Reich an Kilometern war mein Laufjahr tatsächlich. 
Aber natürlich habe ich weder die 330 Wettkampf- noch die 3'370 Trainings-Kilometer einfach abgespult!
Mein unter-Weg-s sein hat mich in vielerlei Hinsicht reich gemacht.

Siehe Diashow unter-Weg-s...
Es hat mir viele Abenteuer, wunderschöne, eindrückliche, fordernde und unerwartete Natur- und Wetter-Erlebnisse, Einblicke in fremde Länder und Städte, Sonnenauf und -untergänge, Begegnungen, Nachdenk-Stunden und so unbeschreiblich viel mehr geschenkt, dass ich keine der etwa 350 Stunden und der ca. 2'700'000 auch etwas anstrengenden Herzschläge missen möchte! 


Durchschnittlich war ich mit einem Puls von 128 Schlägen pro Minute (ca. 70 % der Maximalen Herzfrequenz) unterwegs.
Noch nie habe ich so zurückhaltend trainiert, so viele Joggings und lockere sowie lange Läufe absolviert und Anteil mässig so wenig Tempo-Training gemacht.

Und doch war 2012 mein (und auch Andis) erfolgreichstes Laufjahr!
Wir beide haben sämtliche persönliche Bestleistungen auf den Distanzen zwischen 10 Kilometer bis Marathon revidiert.

Kürzlich habe ich einen spannenden Age Grading Rechner gefunden, mit dessen Hilfe man die eigene Leistung etwas besser begreifen kann. 
Die erreichten Laufzeiten lassen sich in % des Weltrekordes in der entsprechenden Alterskategorie ausdrücken. So lässt sich auch die Leistung über verschiedene Wettkampf-Distanzen vergleichen.
Obwohl Marathon meine Lieblings-Wettkampf-Distanz ist, habe ich beim Halbmarathon in Tenero die "bessere" Leistung erbracht (79.8 % des Weltrekordes), als bei meinem besten Marathon ("nur" 75.9 % des Altersklassen-Weltrekordes).


Und schon ist der nächste Lauf-Traum geboren!
Bevor der Zahn der Zeit allzu sehr an meinem "Fahrgestell" nagt, möchte ich nächstes Jahr versuchen über 42'195 km mein ganzes Potential auszuschöpfen. Wenn dies überhaupt noch möglich ist?
Auch wenn es in Edinburgh etwas gar warm war, ich mich nicht ganz optimal ernährt habe, und ich denke, dass ich bei optimalen Bedingungen (8 statt 20° und bedecktem Himmel statt strahlendem Sonnenschein) besser hätte laufen können. So verkündet die Tabelle auch, dass ich beim selben Trainings-Stand pro weiteres Lebensjahr mit einer um etwa 2-3 Minuten "schlechteren" Marathon-Zeit rechnen muss...
Theoretisch hätte ich also nur noch etwa 6 Monate Zeit, dieses Abenteuer in die Tat umzusetzen.

Oder ich müsste mein Training noch mehr optimieren!
Aber wie?

Mehr Tempo-Training verkraftet mein Körper nicht!
Und um noch mehr Laufkilometer bzw. Trainings-Stunden im Alltag unterzubringen, müsste ich wohl "Profi-Sportler" werden... 
Vielleicht sollte ich wie Andi ein Jogging durch ein Krafttraining ersetzen?

Aber schnelle Zeiten sind ja auch nicht alles!

"Laufe nicht der Vergangenheit nach
und verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt."

Diesen Geburtstags-Karten-Spruch, den ich gestern von meinem Vater bekommen habe, will ich beherzigen! 
Der Weg ist ja schliesslich das Ziel!
Ich möchte jeden einzelnen Lauf-Schritt auf neue Ziele hin geniessen.
Das nächste Lauf-Ziel ist auf jeden Fall kein hoch gestecktes. Beim Dubai-Marathon wird der zurückgelegte, bewusst erlebte Weg wichtiger sein als die Ziel-Zeit ;-)


Und da das Leben nicht nur aus Höhenflügen besteht, sondern in Wellen verläuft, kann es gut sein, dass auf die Erfolgs-Geschichten 2012 nun ein gemächlicheres Laufjahr mit ganz neuartigen Lauf-Zielen folgt.

Doch nun euch allen, die ein Stück auf den selben oder ähnlichen Wegen mitgerannt seid und die selben Träume geträumt oder einfach mitgefiebert habt - vielen Dank!
Auf den Weg durch euer 2013 wünsche ich euch viel Glück, Freude, Energie und beste Gesundheit!

7.1 km Jogging 6:00 Min./km / Puls 119
+/- 45 hm / 7° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/256129924