Sonntag, 29. September 2013

Zunehmender Südwind

Sonntag, 29. September - Longrun-Tag
Die ganze Nacht über rüttelt der Südwind am Wohnmobil, und die Wellen brausen immer intensiver an den nahen Strand. Wir wälzen uns unruhig in unserem Alkoven-Bett, denn wir erleben eine Tropennacht.
Genau als wir uns um halb sieben zum Longrun aufmachen, fallen die ersten schweren Regentropfen. Das ist uns ganz recht, das Thermometer zeigt immer noch 22° an.



Eine knappe halbe Stunde später haben wir das Capo Pini ereicht. 
Mit Sorge blicken wir auf's Meer hinunter. In wenigen Minuten soll der (Halb-)Ironman Wettbewerb in unserer Nachbarbucht (Marina di Campo) gestartet werden. 
Die Wellen tosen und zischen, der Wind lässt grosse Schaumkronen entstehen und weht uns manchmal fast von der Strasse. Wir sind ganz froh, dass wir "nur" 32 Lauf-Kilometer vor uns haben. Schwimmen und Rad-Fahren bei diesem Wetter? 
Ob das möglich sein wird?

Mit Gegen- und Seitenwind kämpfen wir uns der Hauptstrasse entlang nach Porto Azzurro. Die Schuhe schmatzen bei jedem Schritt, sie sind so voller Wasser, und der sandige Asphalt ist rutschig, als ob wir auf Schmierseife laufen würden. 



Um halb acht Uhr ist es im Hafenort an der Ostküste noch fast finstere Nacht.



Wir lassen uns vom Scirocco-Sturm die Bergstrasse nach San Felo hoch pusten und "klettern" bis zum Sattel. Dort können wir fast nach den Wolken greifen, die in feuchten Schwaden ins Tal hinein getrieben werden.
Dieser Longrun "läuft" etwas besser als vor einer Woche, doch das Abwärtslaufen fühlt sich immer noch sehr mühsam an.



Zurück in Porto Azzurro kaufen wir Wasser ein. 
Regen und Wind begleiten uns auch auf den letzten zehn Kilometern. Glücklicherweise sind diese sehr abwechslungsreich und lassen sich in überschaubare Happen einteilen, denn die Energie wird wie vor einer Woche knapp, und die Muskulatur scheint noch nicht viel erholter...
3 Kilometer über die Ebene am Fusse von Capoliveri - 3 Kilometer bis zum Pinienkap hoch - am Schluss 4 Kilometer sanft abwärts der Bucht von Lacona entgegen, in der das Meer noch entfesselter tobt als am frühen Morgen - einen solch verrückten Regen-Longrun haben wir auf Elba noch nie erlebt! 
Erleichtert stoppen wir nach 32.5 km unsere Uhren.


Gegen Mittag fahren wir nach Marina di Campo um nach den Triathleten zu sehen. Jene Athleten, welche die halbe Ironman Distanz zurücklegen, kommen nach dem Radfahren just aus der Wechselzone. Nicht wenige tragen Spuren von Stürzen - aufgeschlagene Ellenbogen, geschundene Hüften, zerrissene Radhosen...
Des aufgewühlten Sandes am Ende der Schwimmstrecke nach zu urteilen, waren sie zuvor auch ins scirocco-gepeitschte Meer geschickt worden.

Nun drehen die Eisen-Männer und -Frauen ihre nicht enden wollenden Runden durchs Städtchen, während sich ein Gewitter zusammenbraut, sich schliesslich auch mit Blitz und Donner aus nächster Nähe entlädt und mehr als knöcheltiefe Riesenpfützen hinterlässt. Einen Ironman zu bewältigen, scheint schon an einem schönen Tag eine schier übermenschliche Leistung zu sein - aber unter solchen Bedingungen!!! 


32.5 km Longrun 5:34 Min./km / Puls 129
+/- 395 hm / 22° Scirocco und Dauerregen
Track http://connect.garmin.com/activity/384202591

Samstag, 28. September
Trotz Jogging-Tempo schwitzen wir bereits nach drei Kilometern intensiv. Um über weiche Piniennadeln zu laufen und auf dem Kap, das nach den fein duftenden Nadelbäumen benannt ist, den Sonnenaufgang zu bewundern, nehmen wir doch fast täglich die hundert Höhenmeter dort hinauf in Kauf.




9.0 km Jogging 5:49 Min./km / Puls 115
+/ 95 hm / 19° leicht bewölkt
Track http://connect.garmin.com/activity/384202559

Freitag, 27. September
Die Luftfeuchtigkeit nimmt von Tag zu Tag zu. Unser Mitteltempo-Training, das wir auf unserer Lieblings-Strecke über's Capo Pini hin und zurück laufen, wird eine richtige Knacknuss. 150 Höhenmeter sind auf den 10 Tempo-Kilometern zurückzulegen. Bergauf schnellt der Puls mehr in die Höhe als mir lieb ist, doch erstaunlicherweise spüre ich die Jungfrau-Marathon-Müdigkeit vor allem auf den Abwärts-Passagen.



Wie gut, die brennenden Muskeln nach dem Training ausgiebig im Meer kühlen zu können!

10 km Mitteltempo 47:56 Min. / 4:47.6 Min./km / Puls 154.7
in 15.6 km / 5:14 Min./km / Puls 142
+/- 185 hm / 17° leicht bewölkt, feucht
Track http://connect.garmin.com/activity/384202539

Donnerstag, 26. September
Die Aussicht vom Capo Pini ist noch dramatischer als gestern. Dicke, feuchte Wolken hängen über dem Monte Calamita, an dessen Flanke das Bergdorf Capoliveri thront - das heutiges Ziel für die erste Kaffee-Pause. 




Unsere kurze Biketour ist anstrengender, als jene vor ein paar Tagen. Ob es am neu entdeckten buckligen, sandigen Weg liegt, oder der zunehmenden Scirocco-Wetterlage? 


Erstaunlicherweise verschwinden die Wolken, welche am Morgen ein eindrückliches Licht-Schatten-Schauspiel liefern gegen Mittag wieder. Und der Abend präsentiert sich in den schönsten Pastellfarben. 



24.7 km lockere Biketour 16.6 km/h / Puls 101
+/- 395 hm / 17° leicht bedeckt
Track http://connect.garmin.com/activity/381476287

Mittwoch, 25. September
Der Wind hat über Nacht gedreht, er bläst nun von Süden und schiebt uns viele Wolken entgegen. Die Campingmöbel sind taunass, und das Licht der aufgehenden Sonne ist stechend und grell. Das feuchte Klima lässt unseren lockeren Lauf nicht ganz locker erscheinen.




12.2 km lockerer Lauf 5:33 Min./km / Puls 123
+/- 175 hm / 17° leicht bewölkt
Track http://connect.garmin.com/activity/381476275

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