Mittwoch, 1. Januar 2014

2 x 20 km und eine Tour mit 1 PS

Zum Abschluss des Jahres lassen wir laufen. 

Das Wiedersehen mit den vierbeinigen Marathon-Läufen und Freund Donald von Aurora Borealis Adventures in Ekorrsele ist herzlich. 






Seine Sibirischen Huskies lieben das Laufen wohl noch mehr als wir. 
Gäste werden stürmisch begrüsst, denn es ist klar: Bald geht es auf grosse Tour!


Während der Instruktion laufen die einen ein, andere machen es sich gemütlich ...




... und Firn nimmt das Wort Schlittenhund sehr wörtlich.


Sobald das Einspannen beginnt, bricht im Zwinger Wolfsgeheul aus, denn nur das Damen-Team darf heute auf die Reise. Die männliche Hälfte der Meute muss zuhause bleiben.


Endlich sind ein paar wenige Zentimeter Schnee gefallen. Unter der dünnen Pulverschicht liegt allerdings blankes Eis. Die Schlitten gleiten unruhig aber auch schnell dahin und es braucht nur wenig Husky-Power pro Gefährt. 



Auf Forstwegen machen wir uns auf den Weg zu einer Fluss-Schlinge des Vindelälven.

Da es nur knapp unter 0 Grad kalt ist, wird den vierbeinigen Läufern schnell warm. Ihre Lieblings-Lauftemperatur liegt um -20°.



Auch dieses Bild gehört zu Lappland - die Spuren der Waldnutzung!


Der Vindelälven ist einer der vier unter Naturschutz stehenden "National-Flüsse" Schwedens. So sind wir bald wieder in unberührter Landschaft unterwegs.

In rasanter Fahrt geht es durchs Gebüsch auf den zugefrorenen Fluss hinunter.


Andi hat die Abfahrt mit dem schweren Verpflegungs-Schlitten heil überstanden.


Auch die übrigen Gespanne mit Gästen aus den Niederlanden und Japan landen heil auf dem Fluss.



In einer windgeschützten Bucht machen wir Mittagsrast.




Die Hunde ruhen im Schnee ...



... während auf dem direkt auf dem Eis errichteten Feuer in der gusseisernen Pfanne bald ein feines Pastagericht mit Rentierfleisch Eierschwämmen und Gemüse brutzelt.





Es schmeckt so gut, dass auch von der zweiten Portion nichts übrig bleibt.



Eine Weile noch sitzen wir gemütlich am Feuer, doch als die Kaffeebecher eingesammelt werden, springen die Hunde nur zu gerne auf und stimmen Freudengeheul an.
Endlich dürfen sie wieder laufen!


Innerhalb von Minuten verändert sich das Licht nach der Weiterfahrt.


Erst ist der Himmel blau, dann rosa und schliesslich gespenstisch gelb.

In der Ferne ist die Insel an der Schulter der Trollforsen Stromschnellen zu sehen, und man hört wie das offene Wasser rauscht.


Wir verlassen den Fluss wieder auf dem steilen Anfahrtsweg. 
Nun heisst es schieben!



Der Heimweg führt aus dem Wald hinaus...



... durch ein Moor. 
Da kriegen die Hunde ab und zu nasse Füsse, da in den letzten Tagen immer wieder Regen statt Schnee gefallen war.




Endlich wieder Schnee unter den Füssen!
Leise zischen die Schlittenkufen über den nun rosa schimmernden Schnee.
Das Holz der Schlitten knarrt,
die Hunde trotten still dahin,
irgendwo fliegt ein Auerhahn aufgeschreckt davon,
der Himmel wird violett-blau... 


... die Nacht bricht herein...



... die zauberhafte Tour geht zu Ende ...



... und bald darauf auch ein reiches Jahr!



In der Silvesternacht fällt noch etwas mehr des hier lange ersehnten Schnees. 

Wir nutzen die Ruhe des frühen Neujahrmorgens, lassen den verschneiten Radweg links liegen und laufen unseren Longrun auf der Strasse.
Das ist deutlich weniger anstrengend.
Die Beine sind heute trotzdem träge,
und wir spüren den fehlenden Schlaf.



Trotzdem haben wir Lust einen neuen Weg zu erkunden.
Nur wenige hundert Meter ausserhalb des Ortsschildes der Stadt Lycksele
finden wir eine hügelige Waldlandschaft, 
die ähnlich unberührt scheint,
wie jene, die wir gestern auf der Hundeschlitten-Tour erkundeten.



Zum grossen Erstaunen sind wir nicht einsam unterwegs!
Mehrmals treffen wir stramm marschierende Rentner.

Einem scheinen wir mit unserem Tun eine Freude zu machen.
 Er ruft uns begeistert zu, es sei herrlich jemanden rennen zu sehen, da er selber früher Marathon gelaufen sei!




Wir hätten diesen vorerst letzten Longrun in Lappland gerne ausgedehnt, 
da wir neugierig sind, wie diese Strasse weiter verläuft
und ob der nächste Hügel Aussicht bietet. 

Und doch machen wir uns nach 10 Kilometern auf den Heimweg.
Die nächsten beiden Trainigswochen zuhause werden anstrengend werden...


Auf einer weiteren Entdeckungstour darf ich mich tragen lassen.
Zum ersten Mal seit über 20 Jahren sitze ich im Sattel eines Pferdes.
Unsere Nachbarin nimmt mich mit auf ihre Runde durch den Wald und schwärmt davon, wie sie beim Reiten den Alltag vergessen, einfach da Sein, geniessen und auftanken könne. 

Egal, wie ihr im 2014 unterwegs seid,
ich wünsche euch viel Glück, schöne Momente, Zufriedenheit, Energie und Gesundheit!

16 km Dubai-Marathon-Tempo 5:27 Min./km / Puls 149
in 20.1 km 5:32 Min./km / Puls 146
+/- 130 hm / -4° bedeckt
Track http://connect.garmin.com/activity/422627584

Gestern
20 km Hundeschlitten-Tour
Track http://connect.garmin.com/activity/422315712

Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    welch wundervolle Impressionen einer Hundeschlittentour! So etwas könnte mir auch gefallen. Das gibt sicher Eindrücke, von denen Ihr lange zehren könnt.
    Euch auch ein gesundes und glückliches neues Jahr, mit vielen schönen Lauf- und anderen Erlebnissen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Eine Hundeschlittentour durch die menschenleere, stille und wilde Natur ist magisch! Und dass die tüchtigen Huskies genauso begeisterte Läufer sind wie wir, macht das Erlebnis umso spezieller! Wir sehnen uns bereits nach einer nächsten Tour.
      Vielen Dank für deine lieben Wünsche.
      Auch euch gutes Einleben im Alltag und ein rundum gutes neues Jahr!
      Liebe Grüsse
      Marianne

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  2. Liebe Marianne, jetzt habe ich mich gerade von deinen Bildern verzaubern lassen. Zuerst die stimmungsvollen Fotos mit den fantastischen Farben und dann die treuen, schnellen Vierbeiner. Direkt zum verlieben. Herzlichen Dank.
    Wünsche dir einen gute Start zuhause und viel Spass beim Marathon-training.
    Liebe Grüsse Fränzi
    PS: Toll, dass du wieder reiten warst.

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    1. Liebe Fränzi
      Auch wenn das Wetter auf der Hundeschlitten-Tour nicht gut war, so bot uns doch der Himmel ein einmaliges Schauspiel. Und das Zusammensein mit den laufbegeisterten Hunden ist immer motivierend für das eigene Training. Denk, wenn wir beim Rennen einen schweren Schlitten ziehen müsstten ;-) Auf dieser Tour bewegte jedes der nur gut 20 kg wiegenden Tiere ein Gewicht von mindesten 50 kg!!!
      Danke für deine guten Wünsche. Auch dir (und der ganzen Laufgruppe) ein glückliches, freudvolles (Lauf)-Jahr! Und bis bald!!!
      Liebe Grüsse Marianne
      PS. Ich hab beim Reiten an dich gedacht. Ob ich auch ein paar Reitstunden nehmen sollte?

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