Samstag, 24. August 2013

Locker regenerieren ...

... möchte ich nach dem erfolgreichen Emmenlauf - mindestens drei Tage lang!

Am Donnerstag klappt das gut. Zusammen mit Andrea drehe ich eine Runde durch Schüpfen und begleite Andi abends per Bike bei seinem Lauftraining. Dabei sind die Folgen des heftigen Seitenstechens noch ganz deutlich zu spüren. Ich glaube ich habe Muskelkater im Zwerchfell eingefangen! 

7.1 km Jogging 5:56 Min./km / Puls 122
+/- 35 hm / 16° schön

12 km Bike 10.5 km /h / Puls 78
+/- 110 hm / 24° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/363304451

Am Freitag Abend herrschen noch einmal Hochsommer-Temperaturen. Bis wir abends zum Laufen kommen, ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Wir hoffen, das Unwetter ziehe in der Gegend des Bielersees durch und machen uns zu einem 11 km Jogging um den Gänsemooswald auf. 

Während wir auf einem breiten Feldweg den Hardwald durchqueren, wird das Abendlicht immer stechender, und wie an unsichtbaren Fäden aufgereiht, strömen in der Sonne glitzernde Wasserperlen auf uns nieder. 

Wir laufen aus dem Wald hinaus, die frisch abgemähten Wiesen leuchten in einem fast surrealen Hellgrün und darüber spannt sich ein flacher Regenbogen. Die Fischreiher und Milane lasse sich nicht beim Jagen stören, doch der Donner grollt immer lauter.
Wir wählen zum Ausweichen eine südlichere Route als üblich, müssen nach einem weiteren Kilometer aber umkehren. Neben dem Gebüsch am Rande der Autobahn fühlen wir uns einigermassen sicher. 

Die schwarzen Wolken rollen doch heran, die Sonne verschwindet, die Blitze zucken immer näher, und dicke Tropfen platschen auf die heisse Teerstrasse. Dampfwolken steigen auf, wir fühlen uns wie in einem türkischen Hamam, unser Lauf ist längst kein gemütliches Jogging mehr und ich spüre wieder leichtes Seitenstechen.

Der Regen wird intensiver, und die Abkühlung ist sehr willkommen. Ein paar Mal kracht das Donnergrollen ganz in der Nähe. Bis wir auf den letzten 500 Metern über's freie Feld laufen müssen, wird die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner glücklicherweise immer grösser und erste Sonnenstrahlen dringen durch die Wolkenmassen.

Froh, zum zweiten Mal in diesem Sommer einem Gewitter entkommen zu sein, nehmen wir uns vor, in Zukunft besser auf die Wettervorhersage zu achten.

10 km lockerer Lauf 5:40 Min./km / Puls 129
+/- 65 hm / 28° heiss - Regen am Rand des Gewitters
Track http://connect.garmin.com/activity/363746227

Beim Frühstück studieren wir heute den detaillierten Wetterbericht vom Meterologischen Institut yr.no. Gegen Mittag ist starker Regen angesagt, so planen wir, um halb zehn Uhr zum Joggen aufzubrechen, aber Andi wird aufgehalten ...

Bis wir eine Stunde später vor dem Haus stehen, ziehen im Westen dunkle Wolken auf. Grollt in der Ferne nicht bereits der Donner? Während wir sechs Kilometer später auf einem breiten Weg den Wald namens Unterholz durchqueren wird das Vormittagslicht immer düsterer, und ein erster Donner kracht.

Regen setzt ein, während wir aus dem Wald hinaus treten, und es donnert hinter uns immer lauter. Wir befinden uns auf einem Hügel über Iffwil - nur schnell über den Feldweg hinunter zur Hauptstrasse! 
Dort machen wir halt und beraten uns. Links herum ist der Heimweg 7 Kilometer lang, rechts herum sollte er kürzer sein. Zwischen Iffwil und Zuzwil führt er jedoch fast einen Kilometer lang schnurgerade über offenes Gelände, aber eher vom Gewitter weg. So wählen wir doch diesen Weg.

Möglichst schnell möchte ich in den Schutz des nächsten Dorfes gelangen, so beschleunige ich ein bisschen, doch Andi nimmt es gelassen.
Während ich hoffe, dass ein Blitz die Strommasten am Wegrand und nicht uns treffen würde, knallt es direkt über uns in den Wolken ohrenbetäubend. Es hört sich an, als ob ein ganzer Wald von dürren Bäumen umknicken und zersplittern würde. Jetzt hält mich nichts mehr, eine unglaubliche Energie macht sich in mir breit, ich renne so schnell, wie ich wohl in meinem Leben noch nie gerannt bin. Die Garmin zeigt während diesem 500 - 600 Meter Sprint unglaubliche 3:40 - 3:33 Min./km an. Keuchend bleibe ich erst stehen, als ich das erste Haus von Zuzwil erreicht habe. Andi bleibt die Ruhe selbst und trifft zwei Minuten später wohlbehalten bei mir ein.


Jetzt giesst es wie aus Kübeln. Zwischen den Häusern erscheint das Gewitter nicht mehr so bedrohlich. Die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner wird wieder grösser, während wir über einen Hügel in die Talsenke vor Bangerten hinunter laufen.
Den Weg zum Dorf hinan legen wir im Wettlauf mit einem verschreckten Pferd zurück. Seine Reiterin kann es kaum beruhigen. Nervös tänzelt es im Trab den Hügel hinan, das Maul weit geöffnet wirft es immer wieder den Kopf zurück. Erst in der Nähe der Häuser lässt es sich zu einer ruhigeren Gangart überreden. Es beruhigt mich, dass nicht nur ich Respekt vor den Naturgewalten habe.


Auf den letzten Kilometern führt unser Weg stetig abwärts, der Gewitterregen verwandelt sich in strömenden Landregen, der bei diesen Temperaturen nicht unangenehm ist. Meine Unruhe legt sich, so macht es sogar Spass durch den Regen zu Laufen! 

Morgen früh wollen wir von Lauterbrunnen auf die Kleine Scheidegg laufen - trotz Regen - aber bitte ohne Gewitter! 

15 km lockerer Lauf mit Sprinteinlage 5:42 Min./km / Puls 127
+/- 140 hm / 18° Gewitter
Track http://connect.garmin.com/activity/364029486

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