Dienstag, 11. Juni 2013

Langsamer Abschied vom Ultra-Trainingsplan

In meinem ersten Laufbuch entdeckte ich das Bild einer Frau, welche beim Marathon in Berlin dem Brandenburger Tor entgegen strebt. Obwohl ich mir damals sicher war, dass ich nur der Gesundheit wegen laufen will und mich Wettkämpfe nicht interessieren, liess mich dieses Marathon-Bild nicht mehr los.
Nach genau einem Laufjahr startete ich doch beim Kerzerslauf und im Herbst darauf beim Halbmarathon in Lausanne. Auf dem Weg zum Start begegneten wir dem Strom der Marathon-Läufer. Unsere spontane, erste Reaktion war: "Was die können, können wir auch!" 
Sieben Monate später liefen wir im Olympiastadion in Stockholm zum ersten Mal ins Ziel eines Marathons.
So wächst man ins Laufen hinein :-)

Seit ich Haruki Murakamis Buch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" gelesen habe, bin ich sicher, dass ich mich irgendwann an den Start eines 100 km Laufes stellen werde.
Und seit ich dem Strom der 100 km Läufer während des Nacht-Marathons in Biel begegnet, ja sogar eine Weile darin mitgelaufen bin, denke ich (nicht ohne gewaltigen Respekt), was sie können, sollte ich doch auch können ...

In den letzten fünf Wochen habe ich - zur Vorbereitung auf die zwei Erlebnis-Marathons innerhalb von 6 Tagen - bereits ein bisschen Ultra-Plan-Luft geschnuppert (mit Blick auf die 100 km Pläne von Steffny bzw. das Buch "Laufen" von Aderhold/Weigelt).
Das umfangreiche Laufen ohne viel Tempo-Training hat mir sehr gut gefallen. Und es hat ermöglicht, dass sich die beiden Marathons nicht viel anstrengender angefühlt haben, als zwei 30 km Longruns während eines Marathon-Aufbautrainings!


Diese Woche werde ich langsam zu neuen Zielen umschwenken. 
Ursprünglich hatte ich davon geträumt, den Ultra-Trainings-Plänen noch drei weitere Wochen zu folgen, meinen nordischen Traum zu verwirklichen und den Lapland Ultra zu laufen. Doch dieser passt nun schlecht in unsere Ferienpläne ...

Gelohnt hat sich die umfangreiche Abwechslung im Trainings-Alltag auf jeden Fall. Da die Marathons in Stockholm und Biel "nur" Longruns waren, kann ich nun ohne Regenerations-Pause weiterlaufen.

Schon beim Joggen benahmen sich meine Beine gestern sehr übermütig. Und heute wurde der lockere Lauf kurzerhand zum Hügel-Fahrtspiel - entspannt dahinrollen im Flachen und bergab - hügelaufwärts etwas Gas geben.

Es war ein wunderschönes Sommer-Training mit nicht enden wollendem runners high!
Ich hab mich noch gar nie nach einem Marathon so gut gefühlt. Stark, fit, stabil, ja fast ein bisschen unverletzlich ... 

Hoffentlich handelt es nicht nur um die letzten Euphorie-Wellen nach dem unvergleichlichen Nacht-Lauf-Erlebnis - ich werde versuchen, nicht übermütig zu werden!

14.1 km lockerer Lauf mit Hügel-Fahrtspiel
5:21 Min./km / Puls 138
+/- 115 hm / 16° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/326309282

Montag, 10. Juni

8.9 km Jogging hügelig / 5:56 Min./km / Puls 125
+/- 70 hm / 15° bedeckt, leichter Regen
Track http://connect.garmin.com/activity/325942446

Sonntag, 9. Juni

Andi läuft seinen ersten Longrun seit dem Stockholm Marathon. Er wählt seine Lieblingsstrecke über Grossaffoltern, Vorimholz, Scheunenberg ins Limpachtal. Da muss ich einfach mit. Zwar "nur" per Bike. Gerne will ich die Nacht-Marathon Strecke noch einmal bei Tag sehen und Andi unterwegs vom Nachtlauf erzählen. Im Nachhinein reut es ihn doch ein bisschen, dass er uns nicht begleitet hat. 
Das Radeln fällt nicht schwer und es tut gut, die Durchblutung etwas anzukurbeln.

18 km Bikebegleitung Longrun Andi / 10.6 km/h / Puls 78
+/- 210 hm / 18° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/325061839

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