Donnerstag, 18. Oktober 2012

Ein bisschen tapern...

... aber wofür?
Während Andi das Training wegen hartnäckig zu hohen Ruhe- und Belastungs-Pulswerten wieder eingestellt hat, geht meine Vorbereitung auf den Tessin-Marathon wieder gut voran. Ich denke, dass ich jetzt fit genug wäre, einen Halbmarathon zu absolvieren. Und ich habe auch Lust, über diese Distanz zu laufen. Aber nächstes Wochenende gibt es keinen solchen Lauf in der Schweiz.

Ganz alleine im Halbmarathon-Tempo über unsere Trainingsstrecke zu wetzen, das stelle ich mir ein bisschen trist vor. Aber ich habe da noch eine Idee, wie ich zu etwas Wettkampf-Atmosphäre und annähernd den gewünschten Tempo-Kilometern kommen könnte...

8 km Jogging + 4 Steigerungen über 200 m / 5:46 Min./km / Puls 119
+/- 60 hm / 16°
Track http://connect.garmin.com/activity/234650297

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Bei Morgenrot und Abendrot

Es dämmerte erst schwach, als ich laufend in den neuen Tag startete. Im Unterschied zum Frühling ist im herbstlichen Wald vor Sonnenaufgang kein Vogelkonzert mehr zu vernehmen. Musik gab es dennoch zu hören. Der "Hübeli"-Bauer gönnt seinen Kühen beim Melken jeden Morgen "lüpfige", laute Volksmusik, welche aus der offenen Stalltür weit über die Wiesen schallt...
Nach und nach kriegten die Augen mehr zu tun als die Ohren. Die Dunkelheit wurde schnell durch ein immer bunter werdendes Morgenrot abgelöst. Über der verschneiten Alpenkette begannen Federwolken golden zu leuchten. Aus dem Aaretal kroch die Nebelsuppe zwischen den Wäldern hoch und darüber schwebte eine rosa Wolken-Schäfchen-Herde.

Kann man einen Tag schöner beginnen? Die Erkältung hat mich gelehrt, dass der Weg wichtiger ist, als das Ziel - (fast) täglich unterwegs sein dürfen ist alles!

13 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 123
+/- 95 hm / 6°
Track http://connect.garmin.com/activity/234330867

Am Abend gab es endlich ein Wiedersehen mit den lätti runners. Der 15 Kilometer-Lauf auf den Gurten ist für einige das Ziel. So scheuten wir keine Höhenmeter und absolvierten hügelige Bergauf- und Bergab-Intervalle. Dabei motivierte uns die eindrückliche Aussicht auf die Schneeberge und der Abendhimmel, welcher in allen Nuancen von lila, rosa bis türkis- und hellblau eingefärbt war. Und zum Auslaufen ging es mit vielen Aaahs und Ooohs dem goldenen Sonnenuntergang entgegen. Was für ein herrlicher Abschluss des Tages!

7.2 km unterwegs mit den lätti runners
2 x 5 / 3 x 1 / 2 x 5 Min. hügelige Intervalle
6:47 Min./km / Puls 111 / +/- 80 hm / 15°
Track http://connect.garmin.com/activity/234464304

Dienstag, 16. Oktober 2012

3 x 4000 m Marathon-Tempo-Intervall

Die Erkältung scheint endgültig überwunden und der "knorzige" Longrun vom Sonntag verdaut zu sein. Heute konnte ich es kaum erwarten, bis ich am Mittag Zeit zum Trainieren hatte. Die Lust zum Laufen ist wieder riesengross! 
Sicherheitshalber zog ich Ärmlinge, Stirnband und Handschuhe an, denn am Morgen früh hatte ich die Scheiben meines Autos von Eis freikratzen müssen... Auf dem ersten Tempo-Kilometer wurde diese Ausrüstung aber bereits zu warm. 

Um einiges einfacher als erwartet war es, den ersten 4-Kilometer-Abschnitt im Marathon-Tempo zurückzulegen. Der zweite Tempo-Block enthielt ein paar Steigungen, und er machte deutlich, weshalb der erste so leicht "gelaufen" war - ich bemerkte nach der Wende, dass ich recht starken Rückenwind gehabt hatte und machte mich auf einen mühsamen dritten Teil gefasst.
Auf dem Rückweg durfte ich noch ein wenig Pace-Kosmetik betreiben, denn die angestrebte Durchschnittsgeschwindigkeit war nicht 4:34 sondern 4:37 Min./km. Doch der Gegenwind war gar nicht so mühsam. Auf den letzten Kilometern trug mich ein angenehmer "Flow", und ich studierte an anderen Dingen herum, als an Pace und Pulswerten. Deshalb liebe ich das Marathon-Tempo-Laufen so - dieses Gefühl, wenn meine Beine sich einfach selbständig machen, laufen und laufen und laufen und die Gedanken dabei irgendwohin fliegen können, ist so unbeschreiblich schön!

Erfreulicherweise berichtet Andi in einem SMS aus Zürich ebenfalls von einem völlig "losgelösten" Training und Intervall-Abschnitten von 18:30 / 18:35 / 18:25 Min./km. Und es scheint, dass er mit losgelöst das gute Laufgefühl meint. Vielleicht war es gut, dass seine Garmin am Morgen hier zuhause liegen geblieben ist...

3 x 4000 m Marathon-Tempo / 4:35.8 Min./km / Puls 151.7 
+ 68 hm
1. 4000 m - 18:16 Min. / 4:34.1 Min./km / Puls 149 (Rückenwind)
2. 4000 m - 18:14 Min. / 4:33.4 Min./km / Puls 154 
3. 4000 m - 18:40 Min. / 4:40.1 Min./km / Puls 152 (Gegenwind)
in 17 km / 4:55 Min./km / Puls 144 / +/- 125 hm / 8° 
Track http://connect.garmin.com/activity/234002090

Gestern
4.1 km Jogging + 3 Steigerungen 
5:46 Min./km / Puls 120
Track http://connect.garmin.com/activity/233788269 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Longrun im Alleingang

Als ich kurz nach 7 Uhr erwache, erstrahlt der Morgenhimmel in zauberhaften Sonnenaufgangs-Farben, und diese hätten es glatt mit dem elbanischen Morgenrot aufnehmen können. Doch ich habe Kopfschmerzen und würde den geplanten Longrun am liebsten auf den Nachmittag schieben. Ein Blick auf die Wetterprognose mahnt aber - jetzt oder nachmittags vielleicht im Regen! Also gut...

Andi möchte mich bis Kilometer 7 begleiten und wenigstens einen 12 Kilometer langen, lockeren Lauf absolvieren. Nach knapp einer halben Stunde muss er jedoch schwitzend, mit viel zu hohem Puls auf Joggingtempo reduzieren. Seine Erkältung will einfach nicht locker lassen!

Ich ziehe wehmütig alleine des Weges - die langen Longruns, welche ich in den letzten 10 Jahren im Alleingang gelaufen bin, kann man wohl an einer Hand abzählen...
Doch ich bin froh, dass meine Beine heute zum ersten Mal seit der Erkältung nicht mehr schmerzen. Und die vorgegebenen 5:30 Min./km sind gar nicht so schwer zu laufen. Aber die vielen Hügel und Buckel auf meiner Strecke (es sind auf 32 Kilometer über 20) machen mir heute mehr zu schaffen als normalerweise. Sobald es ein bisschen aufwärts geht, steigt die Herzfrequenz überproportional.

Die Zeit vergeht dennoch erstaunlich schnell! Was einem in drei Stunden so alles durch den Kopf geht!!! In Gedanken laufe ich am Napf-Marathon mit, hänge dem verpassten Hallwilersee-Halbmarathon nach und frage mich, ob ich überhaupt noch eine Chance habe, bis in vier Wochen fit für einen (PB)-Marathon zu sein? 

Vorbei an weiteren Fliegenpilz-Verstecken, über matschige Feldwege und auf laubbedeckten Raschelstrecken durch den Wald gelange ich nach 16 Kilometern gut zum Wendepunkt (5:27 Min./km / Puls 135).

Nach dem 18. Kilometer erreiche ich den tiefsten Punkt der Strecke. Ab da geht es fünf Kilometer praktisch konstant aufwärts. Nach 20 Kilometern geht mir langsam die Energie aus. Die Beine fühlen sich leer an und der Puls klettert fast auf Mitteltempo-Niveau. Das Laufen fühlt sich nicht so mühsam an wie beim ersten Longrun auf Elba. Die Pace lässt sich halten, und ich kann bei Kilometer 29 gut an der Abkürzung nach Hause vorbeilaufen.
Doch das Leere-Gefühl gibt mir zu denken. Während der ganzen letzten Woche bin ich nur kurz und sehr sehr locker gelaufen - da hätten doch die Speicher voll sein müssen! Hat die Abwehrtätigkeit des Immunsystems so intensiv die ganzen Energievorräte weggefressen?
Ein Monat vor einem Marathon müsste doch die Lust 42.195 Kilometer zu laufen langsam erwachen und ein Flow-Gefühl zu spüren sein... Ich hoffe, die letzten harten Trainingswochen in Elba waren nicht ganz umsonst!

32 km Longrun 5:28 Min./km / Puls 141
+/- 235 hm / 9°
Track http://connect.garmin.com/activity/233242501

Samstag, 13. Oktober 2012

Kilometer sammeln

Was für ein Tag! Strahlende Sonne, raschelndes Laub und wunderbar kühle, frische Luft. Wir stellen uns vor, welch tolle Kulisse der Hallwilersee für eine Halbmarathon-Umrundung bieten wird - und sind doch froh, dass wir heute keinen Wettkampf laufen "müssen"... dazu wäre es nach der Erkältung eindeutig zu früh.
Stattdessen versuchen wir zuhause zum Teil auf neuen Wegen ein paar Kilometer zu sammeln, um wenigstens auf den Umfang der ruhigsten Woche im Marathon-10-Wochen-Plan zu kommen. 

9.0 km Jogging 6:04 Min./km / Puls 115
+/- 90 hm / 13°
Track http://connect.garmin.com/activity/232808205

Freitag, 12. Oktober 2012

Wieder gesund, aber...

Heute Nachmittag kam die Energie zurück. Von einer Stunde auf die andere fühlte ich mich wieder gesund. Gleichzeitig erwachte eine unbändige Lust zu Laufen. Und ich fragte mich, ob ich morgen den Halbmarathon um den Hallwilersee nicht doch wagen könnte???
Am Abend begleitete ich Andi auf seiner ersten Jogging-Runde seit letztem Samstag. Trotz Husten konnte er es keinen Tag länger ohne "Training" aushalten. Sein Kreislauf rebellierte aber noch gegen diese Belastung.
Mein Laufgefühl war heute wieder wie vor der Erkältung, und der Gedanke an den Halbmarathon liess mir keine Ruhe, bis ich nicht ausprobiert hatte, ein paar hundert Meter wenigstens im Marathon-Tempo zu rennen. 

Da musste ich einsehen, dass die Kraft morgen wohl doch noch nicht für einen Halbmarathon reichen würde, auch wenn die Erholung in den nächsten Stunden weiter so toll vorangehen sollte. Besser nicht riskieren, dass die Erkältung in eine neue Runde geht! Lieber werde ich versuchen, den "verpassten" 32 Kilometer Longrun am Sonntag zu laufen.
Aber schade ist es um den Hallwilerseelauf - zum dritten Mal haben wir uns angemeldet und zum dritten Mal können wir gesundheitshalber nicht teilnehmen...

7.1 km Jogging + 500 m Marathon-Tempo (4:37) 5:50 Min./km 
Puls 117 / +/- 55 hm / 13°
Track http://connect.garmin.com/activity/232664323

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Märchenhaft...

Nach zwei Ruhetagen konnte ich den Laufschuhen, die untätig neben dem Eingang standen, doch nicht mehr widerstehen. Das warme Licht der herbstlichen Abendsonne war zu verlockend. Nur ein bisschen traben gehen und ein bisschen Waldluft schnappen, dachte ich mir.
Und es war märchenhaft im Wald! 
Nein, nicht weil das Laufen so locker "gelaufen" wäre! Die eingerostete Beinmuskulatur schmerzte dumpf. Doch die Erkältung störte weniger als erwartet, und der Kreislauf schien kaum beeinträchtigt. Schneller hätte ich aber nicht laufen wollen...
Es gab ja auch so viel zu Staunen. Der ganze Hardwald ist voller Pilze!
Und gar an mehreren Stellen leuchtete es märchenhaft und feuerrot unter den Bäumen. So viele Fliegenpilze habe ich noch nie gesehen! 

Und sie sollen ja Glück bringen...


7 km Jogging 6:00 Min./km / Puls 113
+/- 45 hm / 17°
Track http://connect.garmin.com/activity/232365100