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Sonntag, 10. Mai 2015

Von eisen-schwer bis fast federleicht

Seit letztem Herbst bemühte ich mich darum, meinen chronisch knappen Eisenspeicher über Ernährung und Eisentabletten wieder aufzufüllen. Das Resultat war ernüchternd. Der Ferritinwert (Eisenspeicherprotein des Körpers) sank auf ein so tiefes Niveau, dass das Wiederauffüllen per Infusion angezeigt war. Vor einem Monat erhielt ich die erste Dosis, letzten Montag die zweite.
Eine Zunahme der Leistungsfähigkeit liess nach der ersten Gabe nicht lange auf sich warten. Doch ich habe auch ganz deutlich festgestellt, dass ich zwei, drei Tage nach der Infusion Nebenwirkungen spüre. Es kommt immer ein leichtes Krankheitsgefühl mit Muskelschmerzen und dezenten Erkältungssymptomen auf. 


Letzten Donnerstag ist mir klar geworden, dass kurz nach der Eisen-Therapie eine Tempo-Belastung für mich offenbar keinen Sinn macht, und ich den Körper nach Eisengaben in Zukunft besser etwas schonen sollte, bis er das lebenswichtige Spurenelement "versorgt" hat.
Beim Marathon-Tempo Intervall über 4 x 3000 Meter fühlte ich mich (blei) eisen-schwer. Die Trainingswerte fielen sehr bescheiden aus - 5:14 Min./km mit zu hohem Puls. Und die Zweifel an unserem sub 4:00 Stunden Marathon-Projekt folgten auf dem Fuss ...



Das anstrengende Samstagsprogramm verstärkte den Respekt dem Sonntagslongrun gegenüber. Wir waren den ganzen Tag mit Kisten- und Möbelschleppen beschäftigt, bis spät abends eingeladen und gingen davon aus, dass beim langen Lauf nur Schneckentempo möglich sein werde.


Wie könnte es anders sein, wenn man nichts erwartet: Der Morgen ist heute herrlich frisch, der Himmel wölbt sich hoch und tiefblau über die vor intensivem rapsgelb fast explodierende Landschaft, der sommerliche Duft von frisch geschittenem Heu dringt an unsere Nasen, und dieser belebende Mix lässt unsere Beine wie von selbst laufen.
Wir nehmen uns Zeit ein paar in die flasche Richtung kriechende Weinbergschnecken zu retten und sind auf unserer Hügel-Piste doch deutlich schneller unterwegs als letzte Woche zwischen Rapperswil und Zürich.



Im sonnendurchfluteten Wald blühlt bereits der Waldmeister und eine eigenartige Pflanze mit vielen weissen Glöckchen, die ich zuhause gerne bestimmen möchte (die Vielblütige Weisswurz - tatsächlich mit dem Maiglöckchen verwandt).




Nach 2:01 Stunden traben wir über die Halbmarathonmarke und können bis nach Hause nicht bremsen. Hoffentlich läuft es in drei Wochen ebenso unbeschwert!


69 Wochenkilometer darin

4 x 3000 m Marathon-Tempo 5:14 Min./km / Puls 156
in 18.0 km 5:31 Min./km / Puls 152
+/- 140 hm / 19° schön, heiss, sanfter N-Wind

28 km Longrun 5:40 Min./km / Puls 137
+/- 220 hm / 10° schön, sanfter SE-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/770048872

Dienstag, 7. April 2015

Oster-Longjog

Als Sturm "Niklas" mit Orkanböen übers Land fegt, gönne ich mir anfangs Woche gerne zwei Ruhetage am Stück. Am Mittwoch machen die letzten Sturm-Ausläufer die 1000-Meter-Intervalle der lätti runners zum Kraftakt, und mit 26 km/h Gegenwind laufen wir die 1000er kaum schneller als einen lockeren Lauf.

Das Thema Tempo hat zugunsten der Erholung von der Grippe immer noch keine Priorität. Wir haben in Steffnys Laufbuch bei den Marathon-Plänen ein paar Seiten zurückgeblättert und orientieren uns diesmal "nur" an den Vorgaben für 3:45 - 3:59 Stunden. Am wichtigsten scheint mir nun, die Kontinuität im Training beizubehalten und einen Wochenumfang von ca. 60 km gut zu schaffen. 

Die 10 Kilometer im Mitteltempo absolviere ich am Freitag pulsgesteuert (und ohne zusätzliches gegen den Wind Stemmen). Ich bin dabei so langsam, wie noch vor ein paar Wochen beim lockeren Traben, und so wächst der Respekt vor der wichtigsten Wocheneinheit - dem langen Lauf.


Kurz nach Sonnenaufgang joggen wir am Ostermorgen los. Drei Grad zeigt das Thermometer, die starke "Bise" kriecht unters Wintershirt und bietet viel Widerstand. Ich rechne damit, wie letzte Woche nach fünf, sechs Kilometern umkehren zu müssen. Diesmal klettert der Puls jedoch nicht stetig, und das Laufgefühl ist so gut, dass wir einen Halbmarathon anvisieren.

Auf dem Rückweg schiebt uns der Wind, endlich verfliegen die Kilometer wieder mal unbemerkt, und es scheint, als ob die Landschaft sich heute besonders schön präsentieren würde. Oh, diese watteweissen Wolken, das herrliche Himmelblau und die Sonnenlichtflecken auf dem jungen Grün der Frühlingswiesen!



Wie habe ich es vermisst, stundenlang unbeschwert durch die Natur zu streifen!
Beschwingt dehnen wir unseren Lauf um einen Abstecher um den Hardwald aus und tanken intensiv Frühlingsenergie.



Unter der warmen Dusche freue ich mich über das gute Körpergefühl. Dank der langsamen Pace wird der erste lange Lauf seit November wohl keinen Muskelkater zur Folge haben. Und vor dem Fenster wirbeln nun Schneeflocken durch die Luft ...

62 Wochenkilometer darin
25 km Oster-Lonjog 6:07 Min/km / Puls 146
+/- 195 hm / 3° schön, 19 km/h ONO-Wind ("Bise")

Track https://connect.garmin.com/modern/activity/737636980

Sonntag, 29. März 2015

Wenn es nicht läuft und rollt wie gewohnt

Wie üblich nach einem Lauf nehmen wir den Wiedereinstieg ins Training locker. Die Laufschuhe bleiben bis am Mittwoch im Schrank, obwohl die zehnwöchige Vorbereitungsphase vor dem Stockholm Marathon beginnt. 

In den ersten Tagen nach dem Kerzerslauf stille ich meinen Bewegungsdrang mit einer Runde ElliptiGO Fahren und einer gemütlichen Biketour mit meiner Tochter. 

Weniger ist diese Woche mehr. Am Mittwoch laufe ich mit den lätti runners ein moderates Hügelfahrtspiel, am Donnerstag mit Andi lockere 10 Kilometer. Am Freitag steht zwar Mitteltempo auf dem Plan - wir absolvieren unseren Abendlauf aber nur leicht zügig, tauchen ein in zauberhaftes Sonnenuntergangs-Licht und freuen uns, dass die Störche auf die Felder zurückgekehrt sind.


Wir sind uns gewohnt, dass eine regenerative Runde per Bike immer passt. Bevor die Schlechtwetterfront am Samstag naht, schnappen wir noch etwas Frühlingsluft. Die hügeligen Abstecher, zu denen wir uns verleiten lassen, machen mir aber schliesslich klar, dass meine Energiereserven noch immer knapp sind und der Körper nach der durchgemachten Grippe weiter an zwei Fronten kämpft. Die Erkältungssymptome sind weg, doch die Erholung vom Virusinfekt plus die Regeneration nach dem Training bleiben weiterhin eine wackelige Gratwanderung!

Schon auf den ersten Kilometern des Sonntags-Longjogs "winkt" der Herzfrequenzmesser deutlich mit der roten Karte. Alles andere als darauf zu reagieren wäre unvernünftig - so bin ich schon nach 5 Kilometern wieder auf dem Heimweg ... 

Samstag, 14. Februar 2015

Vielseitig forderndes Wintertraining

Trotz langer Schreibpause standen die Laufschuhe in den letzten drei Wochen nicht in der Ecke. Im Gegenteil! Die tief verschneite Winterandschaft motivierte mich dazu, den Laufumfang aufzustocken, das seit November verschmähte Tempotraining wieder aufzunehmen, führte mich ab und zu auf bisher unbekannte Wege, füllte aber vor allem die Seele mit vielen unvergesslichen Eindrücken! 

Am letzten Tag im Januar war der frisch eingezuckerte Jura zum Greifen nah. Ich wunderte mich, weshalb meine Füsse nicht wie vorgesehen auf der schneefreien Nebenstrasse laufen mochten, sondern mich in den pulvrig verschneiten Wald lenkten. Nach kaum zwei Kilometern traf ich auf den sonst so verlassenen Wegen auf eine Läuferin, die ich noch nie zuvor in meinem Revier gesehen hatte. Wir kamen dank der Begeisterung über den traumhaften Morgen und das Laufen sofort ins Gespräch. Geteilte Freude ist doppelte Freude, so trabten wir gemeinsam über Felder und durch den Wald so dass der Pulverschnee nur so stiebte, bis sie ein paar Dörfer und Weiler weiter wieder zuhause war. Die Suche nach dem Heimweg führte mich auf einen einsamem Feldweg auf dem etliche Tierspuren die scheuen Bewohner dieser Landschaft verrieten. Festhalten liess sich das Bild leider nicht, der Akku des Fotoapparates war bis dahin eingefroren.
Track 
https://connect.garmin.com/modern/activity/686420933






Auf das zu lange geratene Samstagsjogging folgte ein Longrun, bei dem sich der blaue Himmel nur fetzchenweise zeigte. Der zügige Wind verwandelte die Temperatur um den Nullpunkt in wahrgenommene -5° und piekste deutlich auf der verschwitzen Haut, so gelangte ich schneller als erwartet wieder nach Hause.




Strahlender Sonnenschein motivierte zu einem Extra-Foto-Jogging ...






... und stürmischer Ostnordost-Wind (Bise) machte die ersten Intervalle seit November zu einem Kraftakt! Mit bis zu 23 km/h fegte der trockene, eiskalte Wind über die Felder, leckte dort die Schneeschicht fast vollkommen weg und liess die sandfeinen Schneekristalle deutlich hörbar über die Strassen rieseln.




Wanderdünen gleich schob sich die weisse Pracht auf die Wege, und obwohl der Schneepflug stündlich unterwegs war, kam man auf der mehlig trockenen Schicht nur im Modus ein Schritt vorwärts, einen halben zurück voran.


Tracks
https://connect.garmin.com/modern/activity/689142911
https://connect.garmin.com/modern/activity/694217543


Nur an dem Tag als die Bise mit über 30 km/h übers Land zog, den Schnee einem Sandsturm gleich durch die Luft wirbelte und sich unser Kater ganz tief in meinen Strickkorb verkroch, um vor der Kälte und dem unheimlichen Knacken unserer Holzhauses zu fliehen, da liess ich mich überreden, ein Training zu streichen und mich stattdessen einem Strick-Auftrag zu widmen.




Nun werden die Tage schon deutlich länger, die Sonne gewinnt täglich an Kraft. 





Track https://connect.garmin.com/modern/activity/692856522





Immense Schneehaufen zeugen noch von den Winterstürmen, aber erste Frühlingsboten wagen schon ihre Köpfchen aus der Erde zu strecken! Und damit erwachen neue Laufträume ...

Je 70 Wochenkilometer
darin fast zwei Hand voll Joggings, lockere Läufe und Trainings mit den Lätti Runners
eine Einheit mit drei schnellen 1000ern (4:15 Min./km mit Rückenwind)

3 bzw. 4 x 2000 m Marathon-Tempo (4:42 bzw. 4:52 Min./km im Kampf mit der stürmischen "Bise")
10 Kilometer Mitteltempo (5:11 Min./km - wobei sich die schweren Beine fragten, ob zwei Tempo-Einheiten pro Woche in der W50-Kategorie noch angebracht sind ...)

und zwei Longruns über die Halbmarathon-Distanz (5:36 Min./km)

Donnerstag, 18. September 2014

Wohlfühltempo

Zum Wiedereinstieg ins Marathon-Training (nun ohne Zeitvorgabe) nehme ich mir ein Lauftempo zwischen locker und mittel vor. Und ich bin positiv überrascht, wie gut sich die Beine noch an die Mitteltempo-Einheiten der ersten vier Aufbauwochen vor der Lungenentzündung erinnern. Ich muss sie kräftig im Zaum halten um nicht in den gewohnten Trott zu fallen und gleite doch schneller durch die Landschaft, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Meine Gedanken hüpfen hierhin und dorthin, die Kilometer verfliegen wie von selbst, und ich lasse es laufen, so lange der Puls nicht höher als 75-80% der maximalen Herzfrequenz klettert. Ja, so macht das Trainieren Spass, und ich finde ein angenehmes Wohlfühltempo, obwohl die feuchte Nachmittagshitze von über 24° beim zweiten Notfall-Plan-Training den Kreislauf etwas mehr fordert. 

Die Vorfreude auf den München Marathon ist dennoch getrübt. Hugo kann einer Erkältung wegen seine Vorbereitung ebenfalls nicht ungestört absolvieren, und Andi muss gar ganz auf den Start verzichten.
Trotz Laufstil-Optimierung und Trainingsreduktion wurde er seine Kniebeschwerden nicht ganz los, und eine MRI-Intersuchung brachte am Montag nun verschiedene Überlastungs-Zeichen zum Vorschein. Ein Knochenödem sticht besonders ins Auge. Vorerst ist eine Laufpause samt Entzündungshemmer-Kur angesagt. Darauf wird ein behutsamer Wiederaufbau mit grossem Gewicht auf Alternativ-Training folgen. 


Damit wir unser Sporttreiben weiterhin als gemeinsames Projekt verfolgen können, wird wohl auch für mich ein Umdenken nötig und zudem sinnvoll sein.
Nach dem Gespräch mit dem Arzt stehen vorerst grosse "wie-weiter-???" im Raum. Andi ist keine "Wasserratte" und Fitness-Studios sagen uns nicht zu. Das Lauftraining ist für uns ganz eng mit dem Erleben der Natur verknüpft ...
Am selben Tag landet das schwedische Runners im Briefkasten, und als ich es aufschlage, leuchtet mir das Inserat von ElliptiGO entgegen - dem Bike zum Joggen, über das ich in der deutschen Ausgabe schon eine Reportage gelesen hatte.

Andi ist begeistert von diesem "Wink mit dem Zaunpfahl". Er nimmt mit dem Berner Vertreter dieses Gerätes Kontakt auf, und dieser kommt noch am selben Abend vorbei, damit wir uns das Jogging-Bike anschauen und probefahren können.
Stellt sich der Profi auf die Pedalen des Crosstrainers in Riesen-Trottinett-Gestalt, sieht das ganz locker und leicht aus. Das Aufsteigen und Loslegen ist tatsächlich nicht schwierig. Doch zuerst fahren wir etwas wackelig unser Strässchen hin un her. Bis es gelinge, die elliptische Bewegung in schönem Fluss zu vollführen, dauere es nur etwa 10 Minuten, verspricht der Vertreter. Damit wir uns davon überzeugen können und da der Abend so schön sei, überlässt er uns das Test-Gefährt spontan für einen Tag und heisst uns eine Tour zu unternehmen. 


Wir lassen uns nicht zweimal bitten. Ich schwinge mich aufs Bike, und Andi legt mit dem Crosstrainer auf Rädern los. Tatsächlich hat er den Laufrhythmus auf dem eigenartigen Gefährt rasch gefunden. So schnell, dass ich per Bike kaum folgen kann, flitzt Andi durch die Gegend und geniesst die Aussicht aus luftiger Höhe (knapp einen Meter höher als beim Biken und 30-40 cm höher als beim Laufen!).

Nach fünf Kilometern tauschen wir die fahrbaren Untersätze. Tatsächlich hat man die Bewegung schnell im Griff. Das Gefährt lässt sich sicher lenken, und die Beine arbeiten mindestens so angestrengt wie bei einem Lauftraining, müssen aber keinerlei Schläge einstecken. Aufwärts ist trotz 8-Gang-Schaltung einiges an Krafteinsatz nötig, dank Leerlauf kann man beim Runterfahren aber auch mal Pause machen! Erreicht man im Flachen ohne grosse Mühe um die 20 Stundenkilometer, rast man bergab locker mit 30-40 km/h. Welch ein Fahrgefühl! Das Gerät macht einen Riesenspass, und nun überlegen wir uns ernsthaft statt in Fitnesscenter-Abos und in Hallenbad-Eintritte zu investieren, ein solches anzuschaffen. Schlafen wir mal eine Nacht darüber ...


10 km Erlebnis-Marathon-Tempo 52:03 Min. / 5:12 Min./km / Puls 147
in 14.1 km 5:24 Min./km / Puls 143
24° schwülwarm, schön
Track http://connect.garmin.com/activity/593362483

9.9 km Bike / ElliptiGO 20.2 km/h
23° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/593492142

Gestern
7.9 km unterwegs mit den lätti runners ca. 6:20 Min./km / Puls ?
darin Pyramide 1 - 3 - 5 - 3 - 1 - 3 - 5 Min. HM- bis 10km-Tempo
Track fehlt - Garmin Akku leer

Dienstag
8 km Erlebnis-Marathon-Tempo 5:19 Min./km / Puls 144
in 12.1 km 5:27 Min./km / Puls 140

+/- 95 hm / 17° schön, sanfter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/591832078

Donnerstag, 21. August 2014

Wo sich Fuchs und Läufer gute Nacht sagen

Ein strahlender schöner Abend.
Noch einmal sommerliche Wärme.
Süss nach Zimt duftendes Heu.
Durch's Tempo-Training aus dem langsamen Trott geweckte, flinke Beine.
Unterwegs mit neuen Schuhen (ein Schwedisches Produkt). 
Salming Distance 
Nach drei Jahren Suche endlich eine Alternative zu den On gefunden.
Leicht, wunderbar weich - als ob es Sprungfedern in den Sohlen gäbe.


Und als Tüpfchen auf dem i
sagt uns ein Fuchs gute Nacht!


11.1 km lockerer Lauf 5:27 Min./km / Puls 125
+/- 80 hm / 21° leicht bedeckt, sanfter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/570468173

Gestern
8.9 km unterwegs mit den lätti runners (35 Min. Mitteltempo)
6:24 Min./km / Puls 113
+/- 40 hm / 18° bedeckt
Track http://connect.garmin.com/activity/569800529

Freitag, 1. August 2014

Angekommen

Mit der Ankunft des Sommerwetters bin ich wieder richtig in der Schweiz und im Training angekommen. Die ersten Schritte auf heimatlichem Boden waren anfangs Woche erstaunlich mühsam gewesen. Heute hatte ich einen ähnlich "zähen" Lauf erwartet, da wir erst am Nachmittag dazu kamen, die Laufschuhe zu schnüren als das Quecksilber auf 27° geklettert war.


Die Sonne brennt sehr stechend vom Himmel, doch dank eines Erfrischungs-Stopps am Brunnen vor einem Bauernhaus nach vier und sechs Mittel-Tempo-Kilometern, ist das Hitze-Training gut zu überstehen. Die Beine laufen flink, obwohl Andi's Adduktor seit drei Wochen intensive Pflege fordert.


In den Ferien habe ich in regenerativen Stunden die leuchtenden Farben des Sommers in bunte Häkel-Wellen verwandelt.




Heute wurde das Kissen endlich fertig, und nun sind die unvergesslichen Wochen im Norden als "Wollbild" verewigt. 


8 km Mitteltempo 37:39 Min. / 4:48 Min./km / Puls 152
in 14.1 km / 5:08 Min./km / Puls 143
+/- 125 hm / 27° schön, heiss, sanfter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/554535828


Gestern
12.1 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 128
+/- 100 hm / 25° schön, NO-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/553970842


Mittwoch
6.3 km unterwegs mit den lätti runners
7:03 Min./km / Puls 117

20  x 30 Sekunden Hügelintervalle
+/- 90 hm / 19° leichter Regen, WSW-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/553177727

Mittwoch, 25. Juni 2014

Neue Ziele - neue Pläne

Wir stecken mitten in der Regenerations-Phase nach dem Nachtmarathon. In zehn Tagen beginnen die Sommerferien, da gäbe es auch sportlich Verschiedenes zu erleben. Noch sind wir unschlüssig, worauf wir uns konzentrieren sollen - lange verschmähtes Intervall-Training planen oder eher die Fähigkeit aufbauen, häufiger und genussvoll längere Strecken bis zur Marathon-Distanz zu laufen?



Gestern schien beides noch unwirklich. Elf Kilometer wirkten lang. Die vier kurzen, schnellen Steigerungen liessen sich zwar gut und flüssig laufen - der Tempo-Wechsel hat Spass gemacht - doch dann bettelten die Beine um Geduld.

Hauptsächlich möchten wir den Sommer mit den traumhaften Stimmungen die er zaubert auskosten und einfangen. Im Norden werden wir lange Streifzüge zu Fuss und per Bike unternehmen wollen. Wahrscheinlich passt ein Mix aus 10-km-, Marathon- und Alternativ-Training am besten.

11 km lockerer Lauf + 4 Steigerungen 5:48 Min./km / Puls 135
+/- 85 hm / 22° schön, leichter O-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/527775775

7.2 km unterwegs mit den lätti runners
lockerer Lauf + 5 Steigerungen 6:43 Min./km / Puls 118
+/- 45 hm / 22° schön, leichter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/528341527

Mittwoch, 14. Mai 2014

Um ein Haar

Trotz Ruhewoche nach dem GP findet das lätti runners Training statt, und wir treffen uns statt zu den üblichen Tempo-Einheiten zum lockeren Joggen. Unsere Laufstrecke ist nach den nachmittäglichen Regenschauern voller Pfützen, so geht es auf eine hügelige Piste.

Das Licht ist verdächtig stechend und grell, eine mächtige, kohlrabenschwarze Wolkenmasse ballt sich zusammen .... "Nein, das darf nicht wahr sein!" denke ich.



Die beiden Reiterinnen unserer Gruppe kennen eine Abkürzung durch den Wald. Wir laufen dem Wind entgegen und versuchen so, der drohenden kalten Dusche zu entkommen.


Auf der mystischen Runde durch das dichte, moosige Grün keimen im Rückblick auf das (Bestzeiten)-GP-Erlebnis neue Lauf-Träume, und wir diskutieren wie sich Sola-Staffette, Nacht-Halbmarathon oder Glacier 3000 run verwirklichen lassen. Es stehen uns also wieder spannende Wochen bevor!

Genau als wir den Wald verlassen, grollt der erste Donnerschlag und auf den letzten Metern klatschen dicke Tropfen auf den Asphalt. Während wir im Trockenen wieder einmal auf einen Geburtstag anstossen dürfen, öffnet die Gewitterwolke ihre Schleusen, im Rasen entstehen Tümpel und die Hagelkörner bleiben später bis Sonnenuntergang liegen. Glück gehabt!

Eine halbe Stunde lockeres Hügel-Jogging mit den lätti runners 
4.1 km / 7:24 Min./km / Puls 120
+/- 75 hm / 9° gewittrig, leichter OSO Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/499451114

Sonntag, 11. Mai 2014

Der heisse GP von Bern und ein kalter Longrun

Der GP von Bern ist die grösste Laufveranstaltung der Schweiz. Der 10 Meilen Lauf 10 Meilen bzw. vier "Wegstunden" vor unserer Haustüre kann einen neuen Anmelderekord von 32'000 Läufern verzeichnen und ist traditionell das Hauptsaisonziel der lätti runners. Praktisch die ganze Laufgruppe ist mit dabei. Beim gemeinsamen Training am Mittwoch reut es mich, dass es keine Nachmeldemöglichkeit gibt. Als eine Kollegin am Freitag Nachmittag per Facebook ihre Startnummer vergeben möchte, will ich mir die Gelegenheit "die schönsten 10 Meilen der Welt" zu laufen, nicht entgehen lassen.

So bin ich am Samstag Nachmittag beim Lauffest in Bern dabei und stehe eine Woche nach dem Halbmarathon von Vännäs erneut an einer Startlinie. Nach einem Mini-Feld von 130 Läufern diesmal in einem 31'506-Tausend-Füssler!



Km 1 - Eine ganze Stunde verstreicht nach dem Startschuss für die Elite-Frauen, bis die Läufer aus Block 30 die Startlinie passiert haben. Um 16:26 Uhr fällt der Startschuss für Block 17. Als ob es Langstreckenrennen auf der Startgerade zu gewinnen gäbe, wird losgestürmt. Auf der Platanen-Allee der Papiermühlestrasse versuchen wir es locker zu nehmen. 



Am Aargauerstalden wird die Euphorie automatisch gebremst. Die Strecke ist bereits für die Rückkehr der Elite zweigeteilt worden. Bald wird die Stadt von einem ununterbrochenen Läuferstrom umringt sein! Es wird eng, und es fällt uns schwer, auf der Rampe zum Bärengraben hinunter etwas Gratis-Schwung mitzunehmen.  

Km 2 - Beim alten Gehege der Berner Wappentiere biegen wir auf die Nydeggbrücke ein. Sogleich folgt die Gegensteigung in die Altstadt von Bern hoch, die seit 1983 auf der UNESCO Weltkulturerbe-Liste steht. Der GP kommt mit seinem anspruchsvollen Profil annähernd einer Halbmarathon-Belastung gleich. Geduld ist ein Muss! 

Das Traumziel meiner drei Mitläuferinnen ist heute schneller als 1:29:59 Stunden zu laufen. Wir wollen das Experiment wagen, obwohl der Wetterbericht nicht Wort gehalten hat. Statt der versprochenen Bewölkung hängt die Sonne stechend am Himmel und brennt schonungslos auf uns nieder, als wir die festlich beflaggten Pflasterstein-Gassen der Altstadt hinan traben. Bis Kilometer 5 soll ich vor allem bremsen. Nur eine Woche nach dem Halbmarathon habe ich jedoch den Eindruck, mächtig Gas geben zu müssen, um die gewünschte Pace laufen zu können. 




Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen in der Gerechtigkeitsgasse.


Simsonbrunnen in der Kramgasse, der Zytglogge-Turm kommt in Sicht.


"Jitz ds Rohr uf" - jetzt Gas geben - heisst es auf dem 2. Kilometerschild. Das begeisterte Publikum trägt uns vorbei am Zähringerbrunnen, welcher dem Berner Stadtgründer Berchtold V. von Zähringen gewidmet ist und um die Kurve beim berühmten Zytglogge, der neben der Turmuhr ein Glockenspiel und eine astronomische Kalender-Uhr beherbergt. 

Km 3 - Dankbar über den Schatten biegen wir in die Postgasse ein. Die Strecke hat bis zur Aare hinunter ein ansehnliches Gefälle, und wir laufen unseren schnellsten Kilometer.




Auf dem Nydeggstalden rast die Meute auf buckligen Pflastersteinen abwärts, die Nydeggkirche grüsst mit ihrem schlanken Kirchturm, und in der Matte gilt es, das Tempo nicht mitzunehmen und einen vernünftigen Rhythmus zu finden.


Km 4 - Beim Schwellenmätteli geht das Rennen also erst richtig los. Die filigrane Eisenkonstruktion der Kirchenfeldbrücke schwingt sich mit zwei eleganten Bögen über die grün schimmernde Aare. Wir laufen direkt der Sonne entgegen, und das schwül warme Westwind-Wetter lässt unsere Köpfe glühen. Doch wir sind auf Kurs, und treffen die für flache Partien vereinbarte 5:30er Pace.


Km 5 - Im Marzili, dem Quartier direkt unterhalb des Bundeshauses, wo sich auch das gleichnamige Freibad - eines der meist besuchten Bäder der Schweiz befindet, dürfen wir eine willkommene Abkühlung geniessen und ein paar hundert Meter im Schatten laufen. Die 5 Kilometer-Marke passieren wir nur ein paar wenige Sekunden langsamer als geplant.



Km 6 - Auf dem Weg zur Dalmazibrücke bieten Fränzis Schmerzen in Wade oder Achillessehne Grund zur Diskussion. Wir bestärken sie darin, den Lauf abzubrechen. Und wir Übriggebliebenen gehen ebenfalls über die Bücher. Lohnt es sich wirklich an diesem heissen Tag an einem Zeitziel festzuhalten? Die zum Teil uralten Bestzeiten sind sowieso ausser Reichweite.


Km 7 - Auf dem Uferweg der Aare entgegen läuft es immer zäh, auch an guten und kühlen Tagen. Die Hälfte ist noch nicht geschafft, die Tierpark-Steigung naht, und die Monbijoubrücke, auf der wir den 11. Kilometer zurücklegen werden, macht deutlich, dass es nun ans "Klettern" geht! 




Km 8 - Als wir in den grünen Tunnel des gepflasterten Tierparkwegs einbiegen und die 11% Steigung bietende Rampe hinan trippeln, haben wir ausgemacht, den Rest dieses GPs "gemütlich" anzugehen, die schönsten 10 Meilen der Welt zu geniessen und gemeinsam ins Ziel zu laufen.

"Psst Tierpark" hatte Kilometerschild Nr. 7. gemahnt. Ja, die Läufer sind ganz still und gehen ganz im Bewältigen des Anstieges auf. Beim Vivarium sind die Vögel zu hören, die Wisente verbergen sich jedoch gut in ihrem grossen Gehege vor der aussergewöhnlich grossen Besucherschar, und wir tauchen in das meist stille Grün des Dählhölzliwaldes ein. 


Arlette fällt auf, dass sie auf diesem anspruchsvollen Abschnitt auf ihrem PB-Lauf letztes Jahr weder Musikanten noch Zuschauer wahrgenommen hatte. Im Schatten zu laufen ist eine Wohltat, und doch scheint der Wald heute nicht enden zu wollen!


Lachen können wir trotzdem! Wir lassen uns vom leidenschaftlichen Publikum anstecken - ja und wir erholen uns im Schatten der Bäume tatsächlich eine Spur von der Hitze. 




Km 9 - Beim Seilpark endet die Steigung. Wir laufen nun im Schlepptau der 1:30er Pacemaker - leider sind es jene aus dem zwei Minuten nach uns gestarteten Block ...
Ab dem Thunplatz, der ein Zuschauermagnet ist, können wir die Beine wieder rollen lassen, und auf der Kirchenfeldstrasse gibt es noch eine Weile Schatten. Aus der Stille tauchen wir wieder ein ins Volksfest am Strassenrand. Die Steelbandklänge passen besonders gut zur drückend heissen sommerlichen Witterung.





Km 10 - Beim Abstecher ins Kirchenfeld, dem Botschaftsviertel, können wir unseren gewaltigen Durst löschen. Und die 10-Kilometer-Zeit überrascht uns positiv: 57:46 Minuten - unser unterwegs Sein hatte sich eher nach einer über einstündigen Odyssee angefühlt.





Km 11 - Auf der Monbijou-Brücke geht es mit Seitenblick aufs Bundeshaus immer geradeaus, der Sonne und dem Gegenwind entgegen. Auf dem 13. Kilometer werden wir am Regierungs- und Parlamentssitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft vorbeilaufen. Zuerst wartet noch ein Linksschwenker ins Quartier. Ja, wir sind schon ziemlich müde! Die Hitze und der rasant fallende Luftdruck fordern ihren Tribut und treiben den Puls in astronomische Höhen.




Km 12 - Ein paar Abwärts-Meter sind uns auf der Eigerstrasse gegönnt, schon folgt der nächste harte Abschnitt, der uns über Sulgenrain und Sulgeneckstrasse zur Innenstadt hoch bringen wird. 





Die Unterstützung des Publikums ist fantastisch, wenn uns auch die KM12 Fahne einen Moment in die Irre führt und uns glauben lässt, wir hätten den Anstieg besonders flink bewältigt. 


Km 13 - Bald ist es geschafft! Wir sind froh, dass Wasser und etwas Salz ausreichen unsere Hitze-Qualen zu lindern. Am Verpflegungsstand verlieren wir einander kurz aus den Augen. Die römisch-katholische Dreifaltigkeitskirche und der Park bei der kleinen Schanze markieren das Ende dieses Aufstiegs. Oben angekommen finden wir durch eine kleine Warteschlaufe in der Kurve alle wieder zusammen.




Vom Berna-Brunnen grüsst Berna mit der Lanze in der rechten und dem Bernerwappen in der linken Hand. Diese Frauengestalt symbolisiert Stadt und Kanton Bern, so wie Helvetia auf dem Giebel des Bundeshauses den schweizerischen Bundesstaat personifiziert.



Auf dem Bundesplatz hätte ich Lust einen Abstecher durch das Wasserspiel mit seinen 26 Fontänen zu unternehmen. Doch der Kurs ist vorgegeben, wie bei Staatsempfängen werden wir über einen ausgerollten Teppich geleitet. Unserer ist nicht rot, sondern blau wie der Sommerhimmel. Hier dürfen wir Vorschuss-Lorbeeren ernten und werden bereits wie Sieger gefeiert.  




Km 14 - Nochmals Gas geben - wir bemühen uns! Im Fahnenmeer der Herrengasse abwärts dem Münster entgegen fällt das nicht schwer. 



Wegen Dauer-Renovation ist die grösste und wichtigste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz nie gänzlich unverhüllt zu bewundern. 


Die Münstergasse hinan heisst es kämpfen und wir fragen uns, warum wir uns den fordernden GP immer wieder antun. Die tolle Kulisse und die unterstützende Atmosphäre geben die Antwort. Schnell einen Blick auf den weltbekannten Zytglogge werfen, um den sich zu jeder vollen Stunde grosse Touristentrauben scharen. Er war früher die Hauptuhr der Stadt. Von hier aus wurden die Wegstunden gemessen, die auf den Stundensteinen der Hauptstrassen eingemeisselt sind (bei Schrittempo benötigte ein Reisender 12-15 Minuten pro Kilomter, legte also 4-5 km pro Stunde zurück). 


Glücklicherweise liegt keine ganze Laufstunde mehr vor uns! Und im Schritttempo sind wir auch nicht unterwegs! Wo es zu Beginn des Laufes auf der Hauptachse der Altstadt aufwärts ging, können wir es nun etwa einen Kilometer lang rollen lassen - so gut das mit müden, glühend heissgelaufenen Muskeln noch geht. Die Pflasterstein-Strecke durch die Berner Altstadt hat mir bei meinem Bestzeiten-GP 2004 den heftigsten Muskelkater meiner ganzen bisherigen Laufkarriere beschert!




Ich bin nicht die einzige, die eine Hand voll Wasser aus dem Kreuzgassbrunnen schöpft. Ah, tut das gut Kopf und Nacken zu kühlen! 


Km 15 - Kühlen, trinken, tief durchatmen - nach der Altstadt und der Nydeggbrücke folgt die Schlüsselpartie des GPs, der Aargauerstalden.




50 Höhenmeter türmen sich auf dem zweitletzten Kilometer vor uns auf. Die müden Beine lassen diese erscheinen wie einen Berg. Die Zuschauer geben ihr Bestes, unsere Blicke kleben dennoch meist am Boden. Wir haben keine Augen für die zauberhafte Aussicht über die Altstadt, die sich auf einem Hügel über die Aare-Schlinge erhebt.



Km 16 "Hü jitz" - Hopp jetzt - leichter gesagt als getan! Die Steigung ist nach dem Aargauerstalden noch nicht zu Ende! Dem Rosengarten folgend, führt die Strecke weiterhin sanft aufwärts. Ein Bogen markiert den letzten Kilometer. Wir warten noch mit dem Endspurt, bis Lisa nach der Klettertour zu uns aufgeschlossen hat und es unter einer schattigen Allee dem Pferdesportzentrum entlang abwärts geht. 



Endlich schimmern die Gebäude des Messegeländes durch die Bäume, die Speakerin ist zu hören, das Riesenrad kommt in Sicht. Wir fassen uns bei den Händen und laufen ziemlich "bien cuit" ins Ziel. 


Im Ziel sind wir vor allem erleichtert, es bei diesen schwierigen Umständen geschafft zu haben, schnappen uns Bananen aus dem 6-Tonnen-Berg dieser Südfrüchte, fassen Rivella und den goldgelben Isostar Bidon. Deziliterweise verschwindet die Flüssigkeit in unseren durstigen Kehlen. Unglaublich, wie die Sonne auch um 18 Uhr noch brennt. 


Zurück beim Treffpunkt warten schon die Jüngeren und Schnelleren der Gruppe. Trotz Wärme gibt es ein paar neue Bestzeiten zu feiern. Und mit etwas Verspätung überfällt uns doch das Glücksgefühl Finisher zu sein.


Darin bestärken uns auch das dicke Lob, die guten Wünsche und der lustige Berndeutschkurs auf der Trinkflasche:

Bärnestark
Gratuliere
Weltklasse
Top Leistung
Ganz schön gerannt
Toller Lauf gewesen
Genug beeilt und fertig geschnauft
Im Ziel und gut drauf
Jetzt trinken
Erhol dich gut
Komm gut nach Hause
Schön warst du dabei
Bis nächstes Jahr
Einen windstillen Abend
Und schlaf dann gut

Die 10 Meilen von Bern sind wirklich einzigartig - wir werden wiederkommen - bestimmt!

16.0975 km 1:36:35 Stunden / 6:00 Min./km /Puls 157
+/- 150 hm / 24°schön, schwülheiss, leichter WSW Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/496750997

Der letzte Wunsch wirkt nicht, ich schlafe aussergewöhnlich schlecht. Mein ganzer Körper glühlt, das Herz pocht viel zu schnell, und ich sehe unsere "Felle davonschwimmen". Der geplante Longrun wird am Sonntag nicht möglich sein ...

Nach 24 Stunden Ruhe kommt doch Lust auf, die Laufschuhe zu schnüren, obwohl draussen der Westwind-Sturm tobt und es in Strömen regnet. Ich gebe mir 5 - 10 Kilometer. Dick eingemummt laufen wir eine Schlinge, die mir erlauben würde, schnell wieder nach Hause zurückzukehren.
Doch meinem Kreislauf gefällt das kühle Wetter, und die Beine haben ausser über ein bisschen Müdigkeit nach fünf Kilometern nichts zu klagen. So lassen wir uns vom Wind ostwärts schieben.

Die Schauer lassen nach, am westlichen Horizont ist schon der blaue Himmel zu sehen. Nach 10 Kilometern verlassen wir unsere Longrunstrecke und nehmen in Jegenstorf den Radweg Richtung Olten. In Zauggenried finden wir den Wanderweg, der malerisch dem Flüsschen Urtenen (18 Kilometer langer Nebenfluss der Emme) entlang führt. 


Mittlerweile haben wir 10 Meilen zurückgelegt (heute in 1:32:14 Stunden mit nur 131 Durchschnitts-Puls!?). Auf dem Wanderweg steht Bätterkinden 2 Stunden - das wäre doch ein schönes Ziel - es muss etwa acht Kilometer weg sein.

Mittlerweile ist die Sonne hervorgekommen, der Wind weht nun von der Seite. In seiner Strömung vollführen die Schwalben dicht über der Böschung und dem Wasser atemberaubende Flugmanöver. Ein Graureiher fliegt auf, das intensive Licht leuchtet magisch durch die Blätterkrone einer uralten Eiche und eine Stockenten-Mutter paddelt mit vielen flaumigen Küken gegen die Strömung an.


Der Wanderweg führt uns schliesslich auf den Uferweg an der Emme. Wie in einem Tunnel traben wir durch den dichten Wald und landen einen knappen Kilometer vom Bahnhof Bätterkinden weg wieder in der Zivilisation. Es rollt bis zum Schluss überraschend gut. Dass wir an diesem Wochenende einen ganzen Marathon laufen werden, hätte ich gestern niemals gedacht!

Am Bahnhof wartet das "Taxi". Unsere Tochter hat letzte Woche den Führerschein gemacht und sammelt nun gerne ein paar Erfahrungs-Kilometer.


25.3 km Longrun 5:43 Min./km / Puls 133
+ 85 hm / - 145 hm / 12° Regen bis Sonne, starker WSW Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/497543491