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Donnerstag, 16. Juli 2015

Im Grünen (Bereich)

Der unverbaut frei fliessende Vindelälven mit seinen vielen faszinierenden Gesichtern, lässt uns auch am Tag nach dem Vindelälvsloppets Marathon nicht los. Haben wir den Fluss im Ziel das Laufes an seiner Mündung breit, blau-glitzernd und ruhig dahinfliessend erlebt, so präsentiert er sich 100 Kilometer weiter im Norden bei Mårdsele (Marderflussbucht) überwältigend ungestüm.
In den Stromschnellen Mårdseleforsen schiesst das Wasser wild schäumend dahin. Über abenteuerlich schwankende Hängebrücken, Stege und Wanderwege kann man zu verschiedenen der etwa 40 Inseln gelangen, die hier im stark verästelten Flusslauf liegen. Urwaldartiger Wald bedeckt einige, andere bestehen aus von Wasser und Sand rund geschliffenen Felsrücken, zwischen denen der Fluss dahinplätschert oder in Gletschermühlen gar eine Weile innehält.
Der Wanderweg durchs faszinierende Naturschutzgebiet führt zu lauschigen Rast- und Feuerstellen. Heute haben wir aber kein Picknick dabei - wir wollen unsere Freunde vom Husky-Hof besuchen, die seit diesem Jahr während der Sommersaison Mårdseleforsens Café & Restaurang betreiben, das einen wunderbaren Blick auf den entfesselten Fluss blietet. 





Donalds reichhaltige Rensuovas Burgare (Hamburger aus geräuchertem Ren-Fleisch) sind eine perfekte Regenerations-Mahlzeit. Nach dem Essen keimt neuer Tatendrang - ein bisschen Biken im grünen (Puls)-Bereich im Grünen darf nach der gestrigen Anstrengung bestimmt sein, wenn wir auch beide aufgrund des Hitzelaufes eigenartige Kopfschmerzen verspüren.


Eine Schotterpiste führt einem hässlichen Kahlschlag-Gebiet entlang hoch übers Flusstal. Zwar kommt man dank der heute umstrittenen Waldnutzungsmethode wenigstens zu etwas Fernsicht über die Hügellandschaft. Doch es werden immer häufiger Stimmen laut, zu weniger invasiven Holzschlag-Methoden zurückzukehren, um die Artenvielfahlt zu fördern. Das Vindelälvstal möchte gerne Biosphären-Reservat werden - eine Modellregion, in der nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht exemplarisch verwirklicht wird. Die Kandidatur läuft bei der UNESCO.



Das Ziel unserer Entdeckungs-Tour ist Manjaur. Im idyllischen Örtchen am See Manjaurträsk scheint die Zeit still zu stehen. Die gepflegten roten und gelben Holzhäuser könnten einem Astrid Lindgren Film entsprungen sein, und gearbeitet wird noch nach alter Tradition. Statt das Heu in Plastikballen zu packen, sind hier mehrere Generationen einer Bauersfamilie damit beschäftigt, das frisch geschnittene Gras zum Trocknen auf besondere, mehrstöckige Gestelle (höhässja) zu hieven. Der Gråhund (Elchhund / Jagdhund) der Familie kommt uns bellend entgegen, begnügt sich aber damit an unseren nackten Waden zu schnüffeln, und lässt uns unbehelligt den Rückweg antreten.

15.4 km per Bike
+/- 200 hm / 15° leicht bedeckt, leichter SE-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/824262499



Zurück zuhause macht es uns das aussergewöhnlich heisse Juliwetter leicht, die Laufschuhe eine Weile im Schrank zu versorgen. Eine lockere Biketour bei Sonnenuntergang ist aber nicht zu verachten.

22.1 km per Bike / 18.2 km/h / Puls 97
+/- 195 hm / 21° schön, leichter NNW-Wind


Die Trainingspause kommt wie gerufen, einen Geburtstags-Gutschein einzulösen - den lange versprochenen Wohnmobil-Wochenend-Ausflug zu verwirklichen. Wir quartieren uns auf dem Campingplatz in Lauterbrunnen ein und ziehen mit unserem unternehmungslustigen, sportlichen Patenkind zum Wandern los. Campiert man an der Jungfrau-Marathon-Strecke, ist das Ziel der ersten Tour naheliegend, nicht? ... 


... Auf dem spektakulär schönen Bergweg-Abschnitt des Jungfrau-Marathons kraxeln wir mit dem Ziel Kleine Scheidegg über die berühmte Moräne und sehen gar, wie der Gletscher kalbt!







Könnte es sein, dass bereits neue Marathon-Lauf-Lust keimt?

Am zweiten Tag steigen wir ganz zuhinterst im Lauterbrunnental abseits der bekannten, autobahnartigen Touristen-Wanderwege einen sehr steilen, Serpentinenweg hoch. Unser Ziel ist Mürren, das oberhalb der fast senkrechten Felswände auf einer Sonnenterrasse thront.



Obwohl es hier einige faszinierende Wasserfälle zu bestaunen gibt und die Aussicht immer spektakulärer wird, begegnen wir kaum einer handvoll anderen Wanderern.











Unten im Tal, wo die weisse Lütschine schäumt, waren wir losgelaufen.


Um die Welt doch noch von ganz oben zu bewundern, nehmen wir das Gedränge in der Seilbahn zum Schilthorn in Kauf. Fantastisch ist es denn auch beim Mittagessen im Drehrestaurant auf dem Gipfel einmal im Kreis zu fahren und die Bergwelt auf sich wirken zu lassen!




Zurück im Tal stehen wir eine Weile staunend am Fuss des Mürrenbachfalls, der mit 417 Meter Fallhöhe als höchtser Wasserfall der Schweiz gilt. Ebenso faszinierend dünkt uns die Vereinigung der klaren Sefinen Lütschine mit dem Wasser der gletschermilchigen Weissen Lütschine.


Als Nebenprodukt der Tage im Grünen entstand während allen Fahrten und Wartezeiten ein paar zum Wochenende passende Lieblingsfarben-Socken.

Wanderung Stechelberg - Mürren
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/831468340



Abendliche Temperaturen bis 35 Grad im Schatten lassen mich die Möglichkeit mit dem ElliptiGO ausfahren zu können auf ganz neue Weise schätzen. Es macht zwar den Anschein, dass der Fahrtwind direkt aus einem Haarföhn stamme! Und doch wirkt diese sanfte Fortbewegungsart deutlich weniger belastend, als lockeres Laufen oder sogar das zurückhaltende Fahrtspiel, mit dem ich heute morgen erstmals nach dem Marathon wieder den grünen Pulsbereich verliess.

Wohin uns das Training führen wird, lassen wir vorerst noch offen - genauso, wie die Organisatoren des Nya Vindelälvsloppet noch am Errechnen der Ranglisten sind, verlangen die reichen Eindrücke der letzten Wochen bei uns noch nach etwas "Verdauungs-Arbeit".

Montag
7 km lockerer Lauf 5:50 Min./km / Puls 138
+/- 65 hm / 24° schön, santer W-Wind

Dienstag
23 km ElliptiGO 19.6 km/h / Puls 130
+/- 265 hm / 30° schön, heiss, zügiger NW-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/833222926

Donnerstag
4 x 3 x 300 m Fahrtspiel 4:49 Min./km / Puls 153
+/- 95 hm / 18° schön, windstill
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/834723891


25.7 km ElliptiGO 20.7 km/h / Puls 131
+/- 265 hm / 35° schön, heiss, leichter WSW-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/835132025

Montag, 8. September 2014

Kuraufenthalt statt Trainingslager

Eigentlich stünde die umfangreichste Trainingswoche vor dem München Marathon auf dem Programm. Und wir hatten vor, uns diesen annähernd 100 Kilometer in aller Ruhe in den Ferien im geliebten Lappland zu widmen ...
Die akuten Gesundheitsprobleme, die mich beim Berglauftraining auf dem Weg nach Wengen überfallen hatten, stellten sich tags darauf jedoch als Lungenentzündung heraus. Die sofort verordnete Antibiotikakur wirkte nicht richtig, so muss ich seit letztem Donnerstag während zehn Tagen gleich zwei verschiedene dieser Präparate schlucken. Seither geht es aber rasant aufwärts, der Husten ist schon fast abgeklungen. An Laufen mag ich aber noch nicht denken. Sobald ich mich anstrenge, erinnert mich der Körper mit Schweissausbrüchen daran, dass er noch etwas Erholungszeit brauche. Andi leistet mir beim Pausieren Gesellschaft, da er immer noch mit Knieproblemen zu kämpfen hat.

Gestern reisten wir trotzdem nordwärts und landeten bei Vollmondschein im noch spätsommerlich warmen Lycksele.


Statt eines "Trainingslagers" nutzen wir diese Woche zum Kurieren. Das milde Wetter lockt uns nach draussen, und erfreulicherweise reicht die Energie zum gemütlichen Radeln. Die Waldluft tut gut, und der nordschwedische Herbst, den wir zum ersten Mal erleben, verwöhnt uns mit allerlei Naturschönheiten.


Märchenhaft getupfte Fliegenpilze sind ein ganz gewöhnlicher Anblick, und die Weidenröschen haben sich in feuerrote Stauden verwandelt, die flaumige Samen tragen.


Am Nachmittag wandern wir auf schmalen Trampelpfaden dem Tannbäcken entlang. Wo wir im Sommer ruderten und paddelten, färbt sich langsam das Laub bunt.






Für den Fall der Fälle, dass wir Preiselbeeren finden sollten, tragen wir unsere Beerenpflücker mit. Die sonnenexponierten Südhänge des Tannbäcken sind voll dieser Zwergsträucher, und sie tragen so reichlich Früchte, dass wir zurück zuhause drei Liter der leuchten roten, vitaminreichen und entzündungshemmenden Beeren zu Konfiture verarbeiten können (sie sind vor allem als hervorragende Arznei gegen Harnwegsinfekte bekannt, sollen aber auch bei Fieber, Erkältung und Husten helfen). 





Während die Konfi kocht, verscheucht der sanfte Abendwind alle Wolken, so dass wir unser Abendbrot draussen über dem Feuer zubereiten können. Auch ohne "Training" werden wir müde und glücklich ins Bett sinken.


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Zünftiger Muskelkater nach 3 Kilometern wandern?

Ferien auf Elba ohne Wanderung vom dem Dach der Insel ist wie das Mittelmeer ohne Salz! Ob heute der richtige Tag für den Besuch des 1019 Meter hohen Monte Capanne ist, versuchen wir beim Morgen-Training herauszufinden. Auf dem Weg zum Pinienkap können wir zum höchsten Berg Elbas hinüber blicken - tatsächlich, die Wolken fliegen zwar tief, doch sie berühren den Gipfel nicht. 




14.4 km lockerer Lauf 5:32 Min./km / Puls ?
+/- 165 hm / 20° bedeckt
Track http://connect.garmin.com/activity/385062250

In 20 Minuten fährt man in Gittergondeln stehend von Marciana Alta aus auf den höchsten Inselberg. Fast lautlos schwebt man zwischen Edelkastanienbäumen hindurch der kargen, felsigen Bergwelt entgegen. Nun wehen uns doch feuchte Wolkenschwaden um die Ohren. Vergeblich versuchen wir die Mufflons zu entdecken, deren Blöken zu hören ist.



Aussicht vom Gipfel Richtung Enfola und Festland.


Der Wanderweg Nummer 2 führt auf direktestem Weg zum Bergdorf Poggio hinunter.



Wie Adlerhorste thronen die alten Dörfer Marciana Alta und Poggio gut 350 müM zwischen Kastanienwäldern am Hang.


Blick zurück zum Monte Capanne.


Der Weg führt über tausende Felstreppenstufen.


Die Aussicht ist fantastisch.


Das Abwärts-Wandern über die unregelmässigen und oft hohen Stufen kostet erstaunlich viel Brems-Energie, und der Schweiss rinnt in Strömen.


Kurze Geradeaus-Passage zwischen typischen Tafoni-Felsen, welche durch Einwirkung von Salz, Wind und Wasser zu abenteuerlichen, löchrigen Gebilden verwittern.


Poggio und Marciana - unser Elba-Idyll.


Die roten Früchte des Erdbeerbaumes verlocken zum Naschen, schmecken aber ziemlich bitter, körnig und mehlig.


Nach knapp drei Kilometern und 700 Höhenmeter Abwärtslaufen schlottern uns allen die Knie. Diese Wanderung wird einen zünftigen Muskelkater nach sich ziehen!
Wir gönnen uns für die Mühe das köstlichste Wildschwein-Ragout, das es auf der Insel gibt.



Espresso und Torta di ciccolato gibt es in der Bar La Dolce Vita, zu der eine wunderschöne Aussenterrasse gehört. Beim Geniessen der fantastischen Aussicht kann man hier die Zeit still stehen lassen... 



Im zauberhaften, warmen Nachmittags-Herbstlicht nehmen wir schliesslich die zwei flachen Kilometer zur Talstation der Seilbahn in Angriff.

5.2 km Wanderung Monte Capanne - Poggio - Marciana Alta
+ 65 hm / - 700 hm / 20° leicht bewölkt bis schön
Track http://connect.garmin.com/activity/385062276