Wenn man vom Strand in Lacona Richtung Hinterland blickt, fällt am Monte Orello eine tiefe, rote, horizontale Narbe auf. Jahrelang fragten wir uns, wie wohl die Aussicht von dort oben sei. Doch wir konnten den Zugang zur Forststrasse am Fuss des Pinienwaldes nie finden.
Dank neuem Buch und neuer 1:25'000 Karte entdeckten wir dieses Jahr, dass ein schöner Trail direkt von unserer Pinien-Kap-Trainingsstrecke zu der besagten Strasse hochführt.
Und weiterhin, dass es sich dabei um eine Etappe der Elbamarathon-Tour handeln muss. Das ist ein Etappen-Marathon. Start und Ziel liegen jeweils in Lacona. Und man absolviert an vier Tagen zwei Bergläufe, einen Strassen- und einen Strandlauf.
Wir stellen es uns traumhaft vor, anfangs Mai auf geschlungenen Trails durch die blühende Inselwelt zu laufen!
Die Aussicht auf die Buchten Golfo Stella und Golfo di Lacona und die reich bestellten Gärten zwischen Strand und Pinienwald ist von der Forststrasse tatsächlich atemberaubend.
Und wir konnten für einmal von hoch oben auf's Capo ai pini hinunterschauen.
10 km
per Bike und zu Fuss
Track http://connect.garmin.com/activity/229957881
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Im Alleingang...
... muss ich heute trainieren. Obwohl wir gestern einen Ruhetag eingelegt hatten, plagen Andi nun verstopfte Nebenhöhlen und Reizhusten. Er nimmt sich vor, ganz gemütlich ein bisschen traben zu gehen, während ich eine Runde um Lacona laufe und den üblichen Weg übers Capo ai Pini einschlage.
Ich bin sehr erstaunt, als Andi mir auf dem Kap entgegenkommt. Er hat sich dem Bann des Sonnenaufganges nicht entziehen können und ist doch bis ganz hoch gejoggt.
Nach der obligaten Fotopause laufe ich alleine der Nordküste entgegen. Einmalig ist heute die Farbenpracht der Vegetation, durch die das intensiv goldene Morgenlicht schräg einfällt.
Über der alten Fluchtburg von Volteraio schiebt der nun sanfte Südwind dichte Wolken zusammen und lässt die Bergkämme dramatisch erscheinen.
Es fällt mir nicht schwer, diesen halben Longrun zu laufen, obwohl die Kilometer alleine unterwegs nicht so schnell verfliegen. Ein bisschen kratzt es allerdings auch in meinem Hals, und ich habe grössten Respekt vor dem 15 km Mitteltempo-Training, das wir uns für morgen vorgenommen haben...
16 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 127
+/- 125 hm / 16°
Track http://connect.garmin.com/activity/229803281
Ich bin sehr erstaunt, als Andi mir auf dem Kap entgegenkommt. Er hat sich dem Bann des Sonnenaufganges nicht entziehen können und ist doch bis ganz hoch gejoggt.
Nach der obligaten Fotopause laufe ich alleine der Nordküste entgegen. Einmalig ist heute die Farbenpracht der Vegetation, durch die das intensiv goldene Morgenlicht schräg einfällt.
Über der alten Fluchtburg von Volteraio schiebt der nun sanfte Südwind dichte Wolken zusammen und lässt die Bergkämme dramatisch erscheinen.
Es fällt mir nicht schwer, diesen halben Longrun zu laufen, obwohl die Kilometer alleine unterwegs nicht so schnell verfliegen. Ein bisschen kratzt es allerdings auch in meinem Hals, und ich habe grössten Respekt vor dem 15 km Mitteltempo-Training, das wir uns für morgen vorgenommen haben...
16 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 127
+/- 125 hm / 16°
Track http://connect.garmin.com/activity/229803281
Dienstag, 2. Oktober 2012
Run and hike
Unser Training führt uns in lockerem Tempo abermals über das Capo ai Pini. Um sich auf einen flachen Marathon vorzubereiten, gibt es hier keine bessere Strecke. Die hügelige Insel wäre voller herrlicher Trails und würde sich bestens fürs Berglauf-Training eignen...
Auf direktestem Weg machen wir uns auf den Abstieg nach Poggio. Zuerst steigen wir über steile, felsige Serpentinen hinab. Erstaunlicherweise bewegen wir uns auf nur 1000 Meter über Meer über der Baumgrenze. Hier wächst fast nur stacheliger Dornginster. Bequem gelangen wir auf grossen, manchmal wackeligen, aufgeschichteten Granitplatten quer durch einen Geröllhang, und wir erreichen sicher den Wald. Hier wachsen viele Erdbeerbäume, welche reichlich reife Früchte tragen.
Unser Wanderweg gleicht einer kilometerlangen Treppe, und das unaufhörliche Runtersteigen beansprucht die Oberschenkel und Knie heftig. Doch die Aussicht und die absolute Stille in den Bergen ist beeindruckend und entschädigt für die Mühen.
Jedes Jahr zieht uns die herbe Schönheit des Insel-Westens von Neuem in ihren Bann. Tief liegen die Zivilisations-Nester unter uns, und am Horizont verschmilzt das Meer mit dem Himmel - es ist einfach gewaltig eindrücklich, sich so klein und unwichtig wahrzunehmen in dieser beeindruckenden Landschaft!
Nach der Hälfte des Abstiegs kommen wir an einem aus Bruchsteinen errichteten Hirten-Unterstand vorbei. Der manchmal schwer zu findende Pfad führt uns abermals direkt zwischen faszinierenden Tafoni-Fels-Gebilden hindurch.
Dann wird die Vegetation dichter. Der Weg bleibt steil und die mit Flechten überwachsenen Steinstufen sind nach dem gestrigen Gewitter rutschig. Eineinhalb Stunden brauchen wir um die 3.5 Kilometer und 670 Höhenmeter lange Natur-Treppe hinunter nach Poggio zu bewältigen.
Unsere Jungmannschaft legt nach dem Mittagessen zurück bei der Seilbahnstation in Marciana eine Siesta ein.
Andi und ich können es jedoch nicht lassen, auch noch den Pilgerweg zum ältesten Wallfahrtsort der Insel unter die Füsse zu nehmen.
Auf Treppenwegen steigen wir zuerst durch die engen Gassen des verwinkelten Bergdorfes.
Dann geht's auf dem steilen, breiten, mit Natursteinen treppenartig gepflasterten Weg an 14 Kreuzwegkappellen vorbei hinan durch den Kastanienwald. Nach rechts schweift unser Blick nun über die Nordküste und wie könnte es anders sein, zu weiteren berühmten Tafoni-Fels-Formationen, zum Beispiel dem "Uomo masso" und dem "Aquila".
Hinter uralten Kastanienbäumen versteckt sich die Kirche Madonna del Monte schliesslich auf einem Hochplateau am Fusse des Monte Giove.
Sie strahlt uns mit ihrer neu renovierten Fassade entgegen. Wir füllen unsere Trinkbecher bei der halbrunden Brunnenanlage, welche wie die Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammt. Aus einem der vier löwenköpfigen Wasserspeier fliesst noch ständig frisches Quellwasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Wir wünschen uns, dass das kühle Nass gegen Andis zunehmende Erkältung hilft...
Einen Moment verweilen wir in der Stille des feuchten, dämmerigen, nur durch Kerzen feierlich erhellten Kirchenraumes. Und nach einem kurzen Abstecher auf die Sandpiste, auf der man innerhalb dreier Wanderstunden an die Westküste gelangen könnte, machen wir uns auf den Rückweg nach Marciana.
10.4 km Wanderung 3:10 Stunden
+ 400 hm / - 1000 hm
Tracks
http://connect.garmin.com/activity/229489707
http://connect.garmin.com/activity/229489721
Doch wir lieben das Pinien-Kap und vor allem die fantastischen Sonnenaufgänge und Wolkengebilde über dem Meer, die es dort jeden Tag in neuer Schönheit zu bewundern gibt.
Zum ersten Mal in diesen Ferien kräuselt sich das Meer heute nur leicht, und wir unternehmen direkt nach dem Morgenkaffee eine kurze erholsame Schwimm-Runde.
12.2 km lockerer Lauf
5:39 Min./km
Puls 121
Puls 121
+/- 95 hm / 18°
Heute zieht es uns in die Berge. Bereits um 11 Uhr zwängen wir uns in Marciana in die knallgelben Körbe der Steh-Seilbahn, welche uns auf den höchsten Inselberg, den 1018 Meter hohen Monte Capanne bringen.
Über bequem angelegte Felsenstufen kann jedermann sicher zu dessen Gipfel gelangen.
Watteweisse Wolkenfetzen wogen ab und zu vorbei. Doch mit etwas Geduld können wir das gesamte, atemberaubende Rundum-Panorama bewundern. Die Sicht reicht von Korsika bis zum Festland und über die Hügel, Täler, die zerklüfteten Berge und die unzähligen Buchten der Insel.
Auf direktestem Weg machen wir uns auf den Abstieg nach Poggio. Zuerst steigen wir über steile, felsige Serpentinen hinab. Erstaunlicherweise bewegen wir uns auf nur 1000 Meter über Meer über der Baumgrenze. Hier wächst fast nur stacheliger Dornginster. Bequem gelangen wir auf grossen, manchmal wackeligen, aufgeschichteten Granitplatten quer durch einen Geröllhang, und wir erreichen sicher den Wald. Hier wachsen viele Erdbeerbäume, welche reichlich reife Früchte tragen.
Unser Wanderweg gleicht einer kilometerlangen Treppe, und das unaufhörliche Runtersteigen beansprucht die Oberschenkel und Knie heftig. Doch die Aussicht und die absolute Stille in den Bergen ist beeindruckend und entschädigt für die Mühen.
Jedes Jahr zieht uns die herbe Schönheit des Insel-Westens von Neuem in ihren Bann. Tief liegen die Zivilisations-Nester unter uns, und am Horizont verschmilzt das Meer mit dem Himmel - es ist einfach gewaltig eindrücklich, sich so klein und unwichtig wahrzunehmen in dieser beeindruckenden Landschaft!
Nach der Hälfte des Abstiegs kommen wir an einem aus Bruchsteinen errichteten Hirten-Unterstand vorbei. Der manchmal schwer zu findende Pfad führt uns abermals direkt zwischen faszinierenden Tafoni-Fels-Gebilden hindurch.
Dann wird die Vegetation dichter. Der Weg bleibt steil und die mit Flechten überwachsenen Steinstufen sind nach dem gestrigen Gewitter rutschig. Eineinhalb Stunden brauchen wir um die 3.5 Kilometer und 670 Höhenmeter lange Natur-Treppe hinunter nach Poggio zu bewältigen.
Unsere Jungmannschaft legt nach dem Mittagessen zurück bei der Seilbahnstation in Marciana eine Siesta ein.
Andi und ich können es jedoch nicht lassen, auch noch den Pilgerweg zum ältesten Wallfahrtsort der Insel unter die Füsse zu nehmen.
Auf Treppenwegen steigen wir zuerst durch die engen Gassen des verwinkelten Bergdorfes.
Dann geht's auf dem steilen, breiten, mit Natursteinen treppenartig gepflasterten Weg an 14 Kreuzwegkappellen vorbei hinan durch den Kastanienwald. Nach rechts schweift unser Blick nun über die Nordküste und wie könnte es anders sein, zu weiteren berühmten Tafoni-Fels-Formationen, zum Beispiel dem "Uomo masso" und dem "Aquila".
Hinter uralten Kastanienbäumen versteckt sich die Kirche Madonna del Monte schliesslich auf einem Hochplateau am Fusse des Monte Giove.
Sie strahlt uns mit ihrer neu renovierten Fassade entgegen. Wir füllen unsere Trinkbecher bei der halbrunden Brunnenanlage, welche wie die Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammt. Aus einem der vier löwenköpfigen Wasserspeier fliesst noch ständig frisches Quellwasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Wir wünschen uns, dass das kühle Nass gegen Andis zunehmende Erkältung hilft...
Einen Moment verweilen wir in der Stille des feuchten, dämmerigen, nur durch Kerzen feierlich erhellten Kirchenraumes. Und nach einem kurzen Abstecher auf die Sandpiste, auf der man innerhalb dreier Wanderstunden an die Westküste gelangen könnte, machen wir uns auf den Rückweg nach Marciana.
10.4 km Wanderung 3:10 Stunden
+ 400 hm / - 1000 hm
Tracks
http://connect.garmin.com/activity/229489707
http://connect.garmin.com/activity/229489721
Montag, 1. Oktober 2012
Joggen und "ein bisschen" biken
Im Reiseführer habe ich nachgelesen, welche Gewürzpflanzen den betörenden Duft auf Elba ausmachen. Es sind vor allem Rosmarin, Thymian, Minze, Oregano, Salbei und Myrthe welche uns tagtäglich auf unseren Touren begleiten. Dazu riecht es noch herrlich nach Pininen-Harz, der feuchten Erde und nach Meer...
Es braucht also nicht viel Motivation, jeden Morgen die Schuhe zu schnüren. Die zauberhaften Sonnenaufgänge kommen ja hinzu. Und wenn dann noch die Fasane über den Weg laufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Diese lockeren Joggings sind auch für die Erholung genial. Fühlen sich die Beine auf dem ersten Kilometer noch sehr verspannt an, so eilen sie auf dem Letzten doch wieder flink ins "Miramar" zum Morgenkaffee.
8.8 km Jogging 5:58 Min./km / Puls 113
+/- 55 hm / 16° nach Gewitter
Track http://connect.garmin.com/activity/228926501
Der Sand ist nach dem heftigen Gewitter von gestern Abend nass. Niemand hat Lust den Tag am Strand zu verbringen. Die Teenager wollen ihre Lese-Hausaufgaben erledigen. Und Andi schlägt vor, "ein bisschen" biken zu gehen. Er möchte den alten Pass Colle Reciso zwischen der Flugplatz-Ebene von La Pila und dem Bergdorf Poggio suchen gehen. Auf der Landkarte ist dieser Weg als Mountain-Bike Strecke markiert. Bei mir sträuben sich schon leicht die Nackenhärchen. Ich bin höchstens eine "Feldweg-Bikerin" und hab es gar nicht mit hochprozentigen Kletterstrecken und Downhill-Fahrten über Stock und Stein...
Ohne zu Mittag gegessen zu haben und nur mit einer kleinen Flasche mit verdünntem Apfel-Schorle im Getränkehalter brechen wir auf. Heiss und stechend scheint die Sonne beim knapp halbstündigen Aufstieg zum Monumento-Pass. 260 Höhenmeter gilt es über das Kap auf der rechten Seite der Lacona-Bucht zu "klettern". Die rassige Abfahrt zur Abzweigung nach Filetto ist ein kurzes, herrliches und abkühlendes Vergnügen.
Wir kurven rasant durch das verwinkelte Dorf und werden abrupt von einem Erdhaufen gebremst, der neben einer Baugrube liegt, welche die ganze enge Strasse einnimmt. Es bleibt nichts anderes übrig, als das Bike zu schultern und über den matschigen Dreckhaufen zu klettern.
Schnell radeln wir der Landebahn des winzigen Flughafens entlang, erreichen die Hauptstrasse nach Procchio und finden eine schmale nicht markierte Seitenstrasse, welche der Bike-Strecke Nr. 11 auf der Karte zu entsprechen scheint.
Bereits nach der ersten Kurve begrüsst uns die alte Passstrasse nach Poggio mit einem so steilen Anstieg, dass ich im kleinsten Gang kaum mehr vorankomme und das Vorderrad immer wieder abhebt.
In vielen Kurven windet sich die Betonpiste dem 230 Meter hohen Monte Castello entgegen. Sie gibt immer wieder phantastische Ausblicke auf die Flugplatz-Ebene und die zu schweben scheinenden Bergdörfer Sant' Ilario und San Piero preis. Wir klettern krampfend vorbei an traumhaft gelegenen Häusern mit schönen Oliventerrassen, Gemüsegärten und Veranden. Und ich träume davon zwischen zwei Zitronenbäume eine Hängematte aufzuspannen und die Aussicht in Ruhe geniessen zu können...
Der Weg geht nun in eine vom Regen aufgeweichte Sandpiste über. Lustig zischt es unter den Bike-Rädern, während wir weiter bizarren Tafoni-Felsen entgegenfahren, deren Name vom korsischen Wort tafonare für durchlöchern stammt. Hätten wir nicht mit eigenen Augen ein Auto vorbeifahren sehen, hätten wir es nicht für möglich gehalten, dass diese Piste befahrbar ist.
Kurz nach der Passhöhe stehen wir plötzlich an einer Weggabelung, welche uns zu denken gibt. Laut dem wackeligem, handgepinselten, mit Draht befestigten Holzschild geht es nach links zum Monte Perone und rechts zur Paolina-Bucht. Beides sind nicht unsere Ziele.
Nach intensivem Kartenstudium entscheiden wir uns für die zweite Möglichkeit, während sich über dem Monte Perone dicke, dunkle Wolken zusammenbrauen.
Steil bergab rutschen wir knapp hundert Meter. Und nach einer Kurve heisst es wechselnd fahren, gehen und schieben. Der Weg führt durch tief ausgewaschene Erosionsrinnen, über lose oder grobe Felsbrocken und durch immer dichter werdende Macchia. Auch wenn die Richtung sicher stimmt, erwachen leise Zweifel, ob wir nicht in die Irre "fahren"...
Bald verläuft der Weg quer zum Hang. Wie in einem Tunnel fahren und gehen wir durch dichtes Gestrüpp aus Steineichen und Erdbeerbäumen, von welchen lianenartige Gewächse und fiese, dornige Brombeer-Ranken hängen.
Wir sehen häufig Mufflonspuren, und entdecken gar krokusartige, gelbe Herbstgoldbecher, welche die Feuchtigkeit der letzten Tage hervorgezaubert hat.
Unvermittelt taucht Wanderweg Nr. 16 auf, welcher gemäss Karte gar nicht hier verlaufen sollte. Wir folgen trotzdem dem Schildchen mit dem Bike-Symbol. Doch vor lauter Vermuten, Planen und Entscheiden verpassen wir glatt das Kirchlein Santa Rita. Dies geht uns aber erst später auf, als wir, in einem sehr steilen Aufstieg, eine rote Inschrift mit Pfeil gegen unsere Fahrtrichtung entdecken.
Wir sind beruhigt, als wir an einer Kreuzung auf eine Fahrstrasse treffen. Noch besser fühlen wir uns, als uns zwei nach dem Weg zur Küstenstrasse fragende Autofahrer erklären, dass unser Ziel Poggio drei Kilometer weiter am Ende der Strasse liege.
Bald entdecken wir das Pilgerkirchlein Madonna del buon consiglio. Wir sind auf dem richtigen Weg!
Kurz darauf öffnet sich der Blick auf unser Ziel. Das Bergdorf Poggio thront 350 Meter über dem Meer auf einer Felsnase im Kastanienwald über uns.
Es scheint verlockend, dem MTB-Marathon-Wegweiser zu folgen, der eine zwar beschwerliche, gefährliche und ungesicherte, aber nur 600 Meter lange Abkürzung nach Poggio hoch verspricht.
Wir entschliessen uns zum Abstecher in den dichtem Edelkastanienwald. Es geht nicht lange, und wir waten knöcheltief durch von Wildschweinen aufgewühlte Erdwege. Wir gelangen in einen wilden Talschluss, über den eine uralte, wildromantische, gemauerte Bogenbrücke führt. Schliesslich geht es steil bergauf über einen mit runden Steinen gepflasterten Weg ins Dorf hinein. Wir fragen uns, was an diesem Wegstück denn nun gefährlich gewesen sein soll?
Trotzdem sind wir erleichtert, dass es bis zu unserer Lieblings-Bar nur noch wenige hundert Meter weit ist. Nach 1:45 Stunden Fahrt sind wir richtig ausgehungert.
Im "La Dolce Vita" bestellen wir Schiaccine mit Mozzarella und Wildschwein-Schinken. Und staunen über die riesigen Doppelportionen, die uns serviert werden. Zum Kaffee teilen wir uns das letzte Stück der legendär feinen dunkel dunkelbraunen, feuchten Schoggitorte, von der es in der kleinen Bar jeden Tag nur eine gibt.
Etwas besorgt beobachten wir die dunklen Wolken, welche immer tiefer ins Tal hinunter getrieben werden.
Wir entschliessen uns für den kürzesten Weg nach Hause. Doch dieser führt über den Monte Perone. Bis zum höchsten Punkt sind es ab Poggio vier Kilometer und noch einmal 300 Höhenmeter.
Genau als wir beim Schild vorbeifahren, welches die Autofahrer auf die gefährliche, kurvige, schmale und steile Strecke aufmerksam macht, grollt hinter den Bergen der erste Donner. Es heisst sich zu sputen.
Schneller als gewollt erklimmen wir die kurvige Passstrasse durch den dichten Kastanien- und später Pinienwald.
Immer undurchsichtiger wird der Nebel, der uns bald umfängt. Immer näher und bedrohlicher donnert es. Blitze erhellen den feuchten Wolken-Nebel grellgelb, orange oder bläulich. Nun sträuben sich uns die Nackenhaare wirklich und ich gebe alles beim Turbobiken, so dass mein Puls bis 160 klettert!
In rasanter Fahrt überwinden wir den höchsten Punkt und versuchen den Schlaglöchern auszuweichen. Die wenigen Autos, die uns entgegenkommen sind regennass.
Und nach knapp zwei Kilometer Abfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen. Innert Sekunden sind wir triefnass bis auf die Haut. Das Wasser rinnt den Beinen entlang in Strömen direkt in die Schuhe. Und schlagartig wird uns kalt.
Kontrolliert flitzen wir mit quietschenden Bremsen unendlich viele Serpentinen hinunter.
Es geht an der dachlosen Chiesa San Giovanni und dem gleichnamigen Wehrturm vorbei. Wir tauchen unter den Wolken hervor und sehen, dass es vor uns heller wird.
Von einem Bike-Rennen her sind noch die Steigungsprozente der Bergstrasse zu lesen. Über bis zu 21 % Gefälle düsen wir Sant' Illario entgegen.
Dann gibt es auf dem Weg ins Dörfchen La Pila viele weitere enge Haarnadelnkurven zu überwinden.
Unten angekommen geben wir tüchtig Gas, um wieder auf eine angenehme Körpertemperatur zu kommen.
Der Regen lässt nach. Und spätestens am Monumento-Pass sind wir die Temperatur-Sorgen los. Immer noch trennen uns fast 300 Höhenmeter vom Wohnmobil auf dem Campingplatz in Lacona.
Von hinten blinzeln jetzt erste Sonnenstrahlen durch die Wolken.
Tritt für Tritt geht es die steilen Kurven hinan. Und die Insel duftet auch im Regen verführerisch nach Gewürzen.
Schliesslich ist der letzte Pass gemeistert.
Unsere Bergab-Schussfahrt unterbrechen wir noch kurz durch einen Fotohalt zum Festhalten des Regenbogens über der Bucht von Lacona.
Dann heisst es: nächster Halt, heisse Dusche! Und wir hoffen, dass die kurzzeitige Unterkühlung ohne Folgen bleibe!
40.6 km Biketour / 3:20:30 Stunden / 12.2 km/h / Puls 122 / +/- 1155 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/228926513
Es braucht also nicht viel Motivation, jeden Morgen die Schuhe zu schnüren. Die zauberhaften Sonnenaufgänge kommen ja hinzu. Und wenn dann noch die Fasane über den Weg laufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Diese lockeren Joggings sind auch für die Erholung genial. Fühlen sich die Beine auf dem ersten Kilometer noch sehr verspannt an, so eilen sie auf dem Letzten doch wieder flink ins "Miramar" zum Morgenkaffee.
8.8 km Jogging 5:58 Min./km / Puls 113
+/- 55 hm / 16° nach Gewitter
Track http://connect.garmin.com/activity/228926501
Der Sand ist nach dem heftigen Gewitter von gestern Abend nass. Niemand hat Lust den Tag am Strand zu verbringen. Die Teenager wollen ihre Lese-Hausaufgaben erledigen. Und Andi schlägt vor, "ein bisschen" biken zu gehen. Er möchte den alten Pass Colle Reciso zwischen der Flugplatz-Ebene von La Pila und dem Bergdorf Poggio suchen gehen. Auf der Landkarte ist dieser Weg als Mountain-Bike Strecke markiert. Bei mir sträuben sich schon leicht die Nackenhärchen. Ich bin höchstens eine "Feldweg-Bikerin" und hab es gar nicht mit hochprozentigen Kletterstrecken und Downhill-Fahrten über Stock und Stein...
Ohne zu Mittag gegessen zu haben und nur mit einer kleinen Flasche mit verdünntem Apfel-Schorle im Getränkehalter brechen wir auf. Heiss und stechend scheint die Sonne beim knapp halbstündigen Aufstieg zum Monumento-Pass. 260 Höhenmeter gilt es über das Kap auf der rechten Seite der Lacona-Bucht zu "klettern". Die rassige Abfahrt zur Abzweigung nach Filetto ist ein kurzes, herrliches und abkühlendes Vergnügen.
Wir kurven rasant durch das verwinkelte Dorf und werden abrupt von einem Erdhaufen gebremst, der neben einer Baugrube liegt, welche die ganze enge Strasse einnimmt. Es bleibt nichts anderes übrig, als das Bike zu schultern und über den matschigen Dreckhaufen zu klettern.
Schnell radeln wir der Landebahn des winzigen Flughafens entlang, erreichen die Hauptstrasse nach Procchio und finden eine schmale nicht markierte Seitenstrasse, welche der Bike-Strecke Nr. 11 auf der Karte zu entsprechen scheint.
Bereits nach der ersten Kurve begrüsst uns die alte Passstrasse nach Poggio mit einem so steilen Anstieg, dass ich im kleinsten Gang kaum mehr vorankomme und das Vorderrad immer wieder abhebt.
In vielen Kurven windet sich die Betonpiste dem 230 Meter hohen Monte Castello entgegen. Sie gibt immer wieder phantastische Ausblicke auf die Flugplatz-Ebene und die zu schweben scheinenden Bergdörfer Sant' Ilario und San Piero preis. Wir klettern krampfend vorbei an traumhaft gelegenen Häusern mit schönen Oliventerrassen, Gemüsegärten und Veranden. Und ich träume davon zwischen zwei Zitronenbäume eine Hängematte aufzuspannen und die Aussicht in Ruhe geniessen zu können...
Der Weg geht nun in eine vom Regen aufgeweichte Sandpiste über. Lustig zischt es unter den Bike-Rädern, während wir weiter bizarren Tafoni-Felsen entgegenfahren, deren Name vom korsischen Wort tafonare für durchlöchern stammt. Hätten wir nicht mit eigenen Augen ein Auto vorbeifahren sehen, hätten wir es nicht für möglich gehalten, dass diese Piste befahrbar ist.
Kurz nach der Passhöhe stehen wir plötzlich an einer Weggabelung, welche uns zu denken gibt. Laut dem wackeligem, handgepinselten, mit Draht befestigten Holzschild geht es nach links zum Monte Perone und rechts zur Paolina-Bucht. Beides sind nicht unsere Ziele.
Nach intensivem Kartenstudium entscheiden wir uns für die zweite Möglichkeit, während sich über dem Monte Perone dicke, dunkle Wolken zusammenbrauen.
Steil bergab rutschen wir knapp hundert Meter. Und nach einer Kurve heisst es wechselnd fahren, gehen und schieben. Der Weg führt durch tief ausgewaschene Erosionsrinnen, über lose oder grobe Felsbrocken und durch immer dichter werdende Macchia. Auch wenn die Richtung sicher stimmt, erwachen leise Zweifel, ob wir nicht in die Irre "fahren"...
Bald verläuft der Weg quer zum Hang. Wie in einem Tunnel fahren und gehen wir durch dichtes Gestrüpp aus Steineichen und Erdbeerbäumen, von welchen lianenartige Gewächse und fiese, dornige Brombeer-Ranken hängen.
Wir sehen häufig Mufflonspuren, und entdecken gar krokusartige, gelbe Herbstgoldbecher, welche die Feuchtigkeit der letzten Tage hervorgezaubert hat.
Unvermittelt taucht Wanderweg Nr. 16 auf, welcher gemäss Karte gar nicht hier verlaufen sollte. Wir folgen trotzdem dem Schildchen mit dem Bike-Symbol. Doch vor lauter Vermuten, Planen und Entscheiden verpassen wir glatt das Kirchlein Santa Rita. Dies geht uns aber erst später auf, als wir, in einem sehr steilen Aufstieg, eine rote Inschrift mit Pfeil gegen unsere Fahrtrichtung entdecken.
Wir sind beruhigt, als wir an einer Kreuzung auf eine Fahrstrasse treffen. Noch besser fühlen wir uns, als uns zwei nach dem Weg zur Küstenstrasse fragende Autofahrer erklären, dass unser Ziel Poggio drei Kilometer weiter am Ende der Strasse liege.
Bald entdecken wir das Pilgerkirchlein Madonna del buon consiglio. Wir sind auf dem richtigen Weg!
Kurz darauf öffnet sich der Blick auf unser Ziel. Das Bergdorf Poggio thront 350 Meter über dem Meer auf einer Felsnase im Kastanienwald über uns.
Es scheint verlockend, dem MTB-Marathon-Wegweiser zu folgen, der eine zwar beschwerliche, gefährliche und ungesicherte, aber nur 600 Meter lange Abkürzung nach Poggio hoch verspricht.
Wir entschliessen uns zum Abstecher in den dichtem Edelkastanienwald. Es geht nicht lange, und wir waten knöcheltief durch von Wildschweinen aufgewühlte Erdwege. Wir gelangen in einen wilden Talschluss, über den eine uralte, wildromantische, gemauerte Bogenbrücke führt. Schliesslich geht es steil bergauf über einen mit runden Steinen gepflasterten Weg ins Dorf hinein. Wir fragen uns, was an diesem Wegstück denn nun gefährlich gewesen sein soll?
Trotzdem sind wir erleichtert, dass es bis zu unserer Lieblings-Bar nur noch wenige hundert Meter weit ist. Nach 1:45 Stunden Fahrt sind wir richtig ausgehungert.
Im "La Dolce Vita" bestellen wir Schiaccine mit Mozzarella und Wildschwein-Schinken. Und staunen über die riesigen Doppelportionen, die uns serviert werden. Zum Kaffee teilen wir uns das letzte Stück der legendär feinen dunkel dunkelbraunen, feuchten Schoggitorte, von der es in der kleinen Bar jeden Tag nur eine gibt.
Etwas besorgt beobachten wir die dunklen Wolken, welche immer tiefer ins Tal hinunter getrieben werden.
Wir entschliessen uns für den kürzesten Weg nach Hause. Doch dieser führt über den Monte Perone. Bis zum höchsten Punkt sind es ab Poggio vier Kilometer und noch einmal 300 Höhenmeter.
Genau als wir beim Schild vorbeifahren, welches die Autofahrer auf die gefährliche, kurvige, schmale und steile Strecke aufmerksam macht, grollt hinter den Bergen der erste Donner. Es heisst sich zu sputen.
Schneller als gewollt erklimmen wir die kurvige Passstrasse durch den dichten Kastanien- und später Pinienwald.
Immer undurchsichtiger wird der Nebel, der uns bald umfängt. Immer näher und bedrohlicher donnert es. Blitze erhellen den feuchten Wolken-Nebel grellgelb, orange oder bläulich. Nun sträuben sich uns die Nackenhaare wirklich und ich gebe alles beim Turbobiken, so dass mein Puls bis 160 klettert!
In rasanter Fahrt überwinden wir den höchsten Punkt und versuchen den Schlaglöchern auszuweichen. Die wenigen Autos, die uns entgegenkommen sind regennass.
Und nach knapp zwei Kilometer Abfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen. Innert Sekunden sind wir triefnass bis auf die Haut. Das Wasser rinnt den Beinen entlang in Strömen direkt in die Schuhe. Und schlagartig wird uns kalt.
Kontrolliert flitzen wir mit quietschenden Bremsen unendlich viele Serpentinen hinunter.
Es geht an der dachlosen Chiesa San Giovanni und dem gleichnamigen Wehrturm vorbei. Wir tauchen unter den Wolken hervor und sehen, dass es vor uns heller wird.
Von einem Bike-Rennen her sind noch die Steigungsprozente der Bergstrasse zu lesen. Über bis zu 21 % Gefälle düsen wir Sant' Illario entgegen.
Dann gibt es auf dem Weg ins Dörfchen La Pila viele weitere enge Haarnadelnkurven zu überwinden.
Unten angekommen geben wir tüchtig Gas, um wieder auf eine angenehme Körpertemperatur zu kommen.
Der Regen lässt nach. Und spätestens am Monumento-Pass sind wir die Temperatur-Sorgen los. Immer noch trennen uns fast 300 Höhenmeter vom Wohnmobil auf dem Campingplatz in Lacona.
Von hinten blinzeln jetzt erste Sonnenstrahlen durch die Wolken.
Tritt für Tritt geht es die steilen Kurven hinan. Und die Insel duftet auch im Regen verführerisch nach Gewürzen.
Schliesslich ist der letzte Pass gemeistert.
Unsere Bergab-Schussfahrt unterbrechen wir noch kurz durch einen Fotohalt zum Festhalten des Regenbogens über der Bucht von Lacona.
Dann heisst es: nächster Halt, heisse Dusche! Und wir hoffen, dass die kurzzeitige Unterkühlung ohne Folgen bleibe!
40.6 km Biketour / 3:20:30 Stunden / 12.2 km/h / Puls 122 / +/- 1155 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/228926513
Sonntag, 30. September 2012
Es weht ein anderer Wind!
Die Wellen, welche nur 30 Meter von unserem Womo-Alkoven-Bett an den Strand schäumen, rollen, platschen und tosen wecken uns sehr früh. Puh, immer noch Scirocco! Doch das Thermometer zeigt "nur" noch 16°?
Der Himmel ist sternenklar, als wir noch vor der Dämmerung zum 32 Kilometer Longrun aufbrechen. Und die Flaggen des Campingplatzes flattern in Richtung Meer. Toll, der Nordwind Tramontana hat den Scirocco besiegt!!! Verschwunden ist der feuchte Dunst, die Luft ist klar und frisch, der angenehme Wind säuselt sanft im Nadelkleid der Pinien und die Hähne verkünden munter das Anbrechen des neuen Tages.
Die Beine fühlen sich auf den ersten vier Kilometern zum Pinien-Kap hoch noch müde an. Wir haben uns vorgenommen, gemütlich zu diesem langen Lauf zu starten, und wir lassen uns bezaubern vom märchenhaften Anblick des Vollmondes, der genau über dem höchsten Berg, dem Monte Capanne leuchtet.
Auf dem Kap angekommen sind wir erstaunt über die Anzeige der Pulsuhren. Trotz des Anstiegs sind wir im Schnitt bereits mit 5:40 Min./km unterwegs und unsere Pulswerte sind erfreulich tief.
Wie von selbst "rollen" wir vom Capo ai pini runter zu den Gärten und Villen von Norsi und zur Hauptstrasse, welche den Hauptort Portoferraio und Porto Azzurro verbindet. Sonntags herrscht zum Glück kaum Verkehr. So können wir fast ungestört und meistens sogar nebeneinader laufend diese fast schnurgeraden und leicht abfallenden vier Kilometer bewältigen.
Nicht nur wir scheinen durch den Wind-Umschwung neue Energie gewonnen zu haben. Obwohl es Sonntag und frühmorgens ist, sind die Menschen überall geschäftig. Ein Bauer pflügt seinen Acker, und der Seepolizist befreit die Fenster seines Bootes von den dicken Scirocco-Salzgischt-Krusten.
Bei Sonnenaufgang drehen wir eine Runde um das Hafenbecken von Porto Azzurro und biegen an der mit hohen Dattelpalmen bestandenen Promenade in Richtung der tiefrot schimmernden Berge Monte Castello und Cima del Monte ab.
Unser Weg führt sanft aufwärts durch ein hübsches kultiviertes Tal mit vielen reich bestellten Terrassengärten. Eine einsame Kuh grast festgebunden an einer langen Kette, und die Wachthunde der Bauernhöfe haben uns längstens bemerkt und tun dies lautstark kund.
Auf der von Pinien und feinblättrigen Robinien gesäumten kurvigen Bergstrasse "klettern" wir 100 Höhenmeter bis fast zur Passhöhe bei San Felo. 5:36 Min./km und 133 Durchschnittspuls ist die Zwischenbilanz beim Wendepunkt.
Rasant schnell fliegen unsere Beine auf dem Rückweg nach Porto Azzurro bergab. Auf zwei Kilometern liegt die Pace gar unter 5:00 Min./km. Im Gegensatz zum Longrun vor eine Woche fühlen wir uns einfach grossartig.
Trotzdem legen wir nach der zweiten Ehrenrunde um den Hafen in der Beach Bar eine kurze Pause ein, um einen halben Liter eiskaltes Wasser zu stürzen. Im Fernseher läuft die Wetterprognose. Oh nein, der Wind soll schon am Mittag wieder aus Süden wehen! Während wir die letzten 10 Kilometer unter die Füsse nehmen herrscht jedoch noch Windstille. Die Sonne guckt hervor und wir lassen uns nicht stören vom langsam wieder aufziehenden Dunst.
Der steile zwei Kilometer lange Anstieg zum Pinien-Kap schreckt uns heute auch nicht. Und auf dem Weg runter zur Ebene von Lacona rutscht unsere Durchschnitts-Pace gar unter 5:30 Min./km, obwohl wir uns zum etwas lockeren Auslaufen mahnen. Wie schön, dass es diese Woche auch auf dem 102. Wochenkilometer noch so genial gut "läuft". Und hoffentlich ist das leichte Kratzen im Hals, das Andi spürt, nichts Ernstes...
32 km Longrun 5:28 Min./km / Puls 136
+/- 270 m / 16° Nordwind (Tramontana) bis Windstille
Track http://connect.garmin.com/activity/228293203
Der Himmel ist sternenklar, als wir noch vor der Dämmerung zum 32 Kilometer Longrun aufbrechen. Und die Flaggen des Campingplatzes flattern in Richtung Meer. Toll, der Nordwind Tramontana hat den Scirocco besiegt!!! Verschwunden ist der feuchte Dunst, die Luft ist klar und frisch, der angenehme Wind säuselt sanft im Nadelkleid der Pinien und die Hähne verkünden munter das Anbrechen des neuen Tages.
Die Beine fühlen sich auf den ersten vier Kilometern zum Pinien-Kap hoch noch müde an. Wir haben uns vorgenommen, gemütlich zu diesem langen Lauf zu starten, und wir lassen uns bezaubern vom märchenhaften Anblick des Vollmondes, der genau über dem höchsten Berg, dem Monte Capanne leuchtet.
Auf dem Kap angekommen sind wir erstaunt über die Anzeige der Pulsuhren. Trotz des Anstiegs sind wir im Schnitt bereits mit 5:40 Min./km unterwegs und unsere Pulswerte sind erfreulich tief.
Wie von selbst "rollen" wir vom Capo ai pini runter zu den Gärten und Villen von Norsi und zur Hauptstrasse, welche den Hauptort Portoferraio und Porto Azzurro verbindet. Sonntags herrscht zum Glück kaum Verkehr. So können wir fast ungestört und meistens sogar nebeneinader laufend diese fast schnurgeraden und leicht abfallenden vier Kilometer bewältigen.
Nicht nur wir scheinen durch den Wind-Umschwung neue Energie gewonnen zu haben. Obwohl es Sonntag und frühmorgens ist, sind die Menschen überall geschäftig. Ein Bauer pflügt seinen Acker, und der Seepolizist befreit die Fenster seines Bootes von den dicken Scirocco-Salzgischt-Krusten.
Bei Sonnenaufgang drehen wir eine Runde um das Hafenbecken von Porto Azzurro und biegen an der mit hohen Dattelpalmen bestandenen Promenade in Richtung der tiefrot schimmernden Berge Monte Castello und Cima del Monte ab.
Unser Weg führt sanft aufwärts durch ein hübsches kultiviertes Tal mit vielen reich bestellten Terrassengärten. Eine einsame Kuh grast festgebunden an einer langen Kette, und die Wachthunde der Bauernhöfe haben uns längstens bemerkt und tun dies lautstark kund.
Auf der von Pinien und feinblättrigen Robinien gesäumten kurvigen Bergstrasse "klettern" wir 100 Höhenmeter bis fast zur Passhöhe bei San Felo. 5:36 Min./km und 133 Durchschnittspuls ist die Zwischenbilanz beim Wendepunkt.
Rasant schnell fliegen unsere Beine auf dem Rückweg nach Porto Azzurro bergab. Auf zwei Kilometern liegt die Pace gar unter 5:00 Min./km. Im Gegensatz zum Longrun vor eine Woche fühlen wir uns einfach grossartig.
Trotzdem legen wir nach der zweiten Ehrenrunde um den Hafen in der Beach Bar eine kurze Pause ein, um einen halben Liter eiskaltes Wasser zu stürzen. Im Fernseher läuft die Wetterprognose. Oh nein, der Wind soll schon am Mittag wieder aus Süden wehen! Während wir die letzten 10 Kilometer unter die Füsse nehmen herrscht jedoch noch Windstille. Die Sonne guckt hervor und wir lassen uns nicht stören vom langsam wieder aufziehenden Dunst.
Der steile zwei Kilometer lange Anstieg zum Pinien-Kap schreckt uns heute auch nicht. Und auf dem Weg runter zur Ebene von Lacona rutscht unsere Durchschnitts-Pace gar unter 5:30 Min./km, obwohl wir uns zum etwas lockeren Auslaufen mahnen. Wie schön, dass es diese Woche auch auf dem 102. Wochenkilometer noch so genial gut "läuft". Und hoffentlich ist das leichte Kratzen im Hals, das Andi spürt, nichts Ernstes...
32 km Longrun 5:28 Min./km / Puls 136
+/- 270 m / 16° Nordwind (Tramontana) bis Windstille
Track http://connect.garmin.com/activity/228293203
Samstag, 29. September 2012
Lieblings-Training?
Auf dieses Training hatte ich mich schon vor der Abreise in die Ferien gefreut! 15 Kilometer lang im Lieblings-Tempo über die Insel rennen zu können... das war letztes Jahr einfach herrlich gewesen!
Gestern hatte es unser Mitteltempo-Lauf über das Capo ai Pini und zurück jedoch besonders in sich. Der Scirocco will einfach nicht nachlassen, und die mit Feuchtigkeit und Salz gestättigte, drückend warme Luft ist eine Herausforderung zum Trainieren. Mein Kreislauf reagiert darauf sehr sensibel.
Die geforderte Pace zu laufen gelang uns zwar. Doch der Puls lag dabei deutlich höher als normalerweise. Und die Muskeln fühlten sich darauf heissgelaufen an.
Selten wünsche ich mir ein Training möglichst schnell vorbei. Doch gestern waren die schönsten Meter die letzten 100 des Auslaufens, die uns ins Strandrestaurant Miramar zum wohlverdienten Kaffee samt Cornetto führten...
15 km Mitteltempo 1:12:05 / 4:48.3 Min./km / Puls 156.3
in 20.2 km / 5:08 Min./km / Puls 147
+/- 120 hm / 21° Scirocco und sehr feucht
Track http://connect.garmin.com/activity/227645973
Das Wetter spielt immer verrückter. Gestern Abend zeigte das Thermometer bei Nebel sogar 28° an, und heute morgen immer noch feuchte, windige 24°.
Während wir unter dicken Regentropfen aufs Kap und zurück joggten, beschlossen wir, dass wir uns morgen dem Scirocco fügen werden.
Wir nehmen uns vor den 32 Kilometer Longrun pulsgesteuert mit langsamerer Pace als geplant zu absolvieren.
8.8 km Jogging 5:54 Min./km / Puls 119
+/- 55 hm / 24° Scirocco und sehr sehr feucht
Track http://connect.garmin.com/activity/228016670
Gestern hatte es unser Mitteltempo-Lauf über das Capo ai Pini und zurück jedoch besonders in sich. Der Scirocco will einfach nicht nachlassen, und die mit Feuchtigkeit und Salz gestättigte, drückend warme Luft ist eine Herausforderung zum Trainieren. Mein Kreislauf reagiert darauf sehr sensibel.
Die geforderte Pace zu laufen gelang uns zwar. Doch der Puls lag dabei deutlich höher als normalerweise. Und die Muskeln fühlten sich darauf heissgelaufen an.
Selten wünsche ich mir ein Training möglichst schnell vorbei. Doch gestern waren die schönsten Meter die letzten 100 des Auslaufens, die uns ins Strandrestaurant Miramar zum wohlverdienten Kaffee samt Cornetto führten...
15 km Mitteltempo 1:12:05 / 4:48.3 Min./km / Puls 156.3
in 20.2 km / 5:08 Min./km / Puls 147
+/- 120 hm / 21° Scirocco und sehr feucht
Track http://connect.garmin.com/activity/227645973
Das Wetter spielt immer verrückter. Gestern Abend zeigte das Thermometer bei Nebel sogar 28° an, und heute morgen immer noch feuchte, windige 24°.
Während wir unter dicken Regentropfen aufs Kap und zurück joggten, beschlossen wir, dass wir uns morgen dem Scirocco fügen werden.
Wir nehmen uns vor den 32 Kilometer Longrun pulsgesteuert mit langsamerer Pace als geplant zu absolvieren.
8.8 km Jogging 5:54 Min./km / Puls 119
+/- 55 hm / 24° Scirocco und sehr sehr feucht
Track http://connect.garmin.com/activity/228016670
Donnerstag, 27. September 2012
Doch kein Ruhetag
Wir fliehen vor dem unaufhörlich wehenden Südwind und den hohen Wellen auf die Nordseite der Insel ins Bergdorf Marciana. Unsere Teenager haben vorgeschlagen, wandern zu gehen.
Obwohl der Himmel grau ist und es leicht regnet, wollen wir einen uns bisher unbekannten Weg erkunden.
Auf einem sandigen Trail marschieren wir durch die Macchia, vorbei an eindrücklichen Tafoni-Felsformationen und tauchen später in dichte Kastanienwälder ein, welche auf uralten Terrassen wachsen. Unser Ziel ist die malerische Bucht von Sant' Andrea mit ihrem türkisblauen Wasser und den von Wind und Wellen rundgeschliffenen Felsen. Auf einem steilen Treppenweg gelangen wir hinunter ins Dorf.
Das Meer ist hier auch zu bewegt zum Baden, und die Jungmannschaft ist des Wanderns müde.
Nicht ungern lassen wir uns zu einem kleinen Bergläufchen überreden, um das Wohnmobil zu holen. Steile Serpentinen führen vom ehemaligen Fischerdorf zur Küstenstrasse hoch. Nach 12 Minuten haben wir bereits 150 Höhenmeter bewältigt.
Nur noch sanft steigt die heute kaum befahrene Strasse an, welche um den ganzen Inselwesten bzw. zurück in die Bergdörfer im Norden führt. Wir lassen uns vom Regen berieseln und erfrischen und sammeln im nassen Kastanienwald weitere Duft-Erlebnisse. Wir geniessen die luftige Aussicht, den Blick bergan zu den eigentümlichen Felsen und staunen beim Zurückschauen, wie leicht wir an Höhe gewinnen. Bereits nach einer Dreiviertelstunde sind wir zurück am Ausgangspunkt unserer fast zweistündigen Wanderung.
6.5 km Wanderung Marciana - Sant' Andrea (Weg 13)
1:55 / + 190 - 560 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/227433682
6.9 km Berg-Jogging 6:42 Min./km / Puls 147
+ 330 hm / 22°
Track http://connect.garmin.com/activity/227433689
Obwohl der Himmel grau ist und es leicht regnet, wollen wir einen uns bisher unbekannten Weg erkunden.
Auf einem sandigen Trail marschieren wir durch die Macchia, vorbei an eindrücklichen Tafoni-Felsformationen und tauchen später in dichte Kastanienwälder ein, welche auf uralten Terrassen wachsen. Unser Ziel ist die malerische Bucht von Sant' Andrea mit ihrem türkisblauen Wasser und den von Wind und Wellen rundgeschliffenen Felsen. Auf einem steilen Treppenweg gelangen wir hinunter ins Dorf.
Das Meer ist hier auch zu bewegt zum Baden, und die Jungmannschaft ist des Wanderns müde.
Nicht ungern lassen wir uns zu einem kleinen Bergläufchen überreden, um das Wohnmobil zu holen. Steile Serpentinen führen vom ehemaligen Fischerdorf zur Küstenstrasse hoch. Nach 12 Minuten haben wir bereits 150 Höhenmeter bewältigt.
Nur noch sanft steigt die heute kaum befahrene Strasse an, welche um den ganzen Inselwesten bzw. zurück in die Bergdörfer im Norden führt. Wir lassen uns vom Regen berieseln und erfrischen und sammeln im nassen Kastanienwald weitere Duft-Erlebnisse. Wir geniessen die luftige Aussicht, den Blick bergan zu den eigentümlichen Felsen und staunen beim Zurückschauen, wie leicht wir an Höhe gewinnen. Bereits nach einer Dreiviertelstunde sind wir zurück am Ausgangspunkt unserer fast zweistündigen Wanderung.
6.5 km Wanderung Marciana - Sant' Andrea (Weg 13)
1:55 / + 190 - 560 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/227433682
6.9 km Berg-Jogging 6:42 Min./km / Puls 147
+ 330 hm / 22°
Track http://connect.garmin.com/activity/227433689
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