Es hat mich doch erwischt! Seit fast vier Wochen befällt eine lästige Erkältung ein Mitglied unserer Familie nach dem anderen. Und obwohl ich dachte, trotz zehn Tagen Scirocco und zwei Wochen engem Zusammenleben im Wohnmobil diesem "Käfer" davonlaufen zu können, bin nun ich an der Reihe.
Am Montag hatte ich das Gefühl, der Spuk sei nach ein bisschen Halsweh vorbei. Ich verspürte gegen Abend einen Energieschub und ging eine Runde joggen. Doch kaum hatte ich geduscht, folgten Schnupfen, Kopfweh, Glieder- und Muskelschmerzen. Nun hoffe ich, dass ich wenigstens um Husten herumkomme, wenn ich das Laufen vorerst sein lasse, damit mein Immunsystem in Ruhe wirken kann...
Am Montag
7 km Jogging 5:50 Min./km / Puls 117
+/- 50 hm / 10°
Track http://connect.garmin.com/activity/231446625
Mittwoch, 10. Oktober 2012
Samstag, 6. Oktober 2012
Zwischen den Reisfeldern joggen
Kurz nach Pisa überholt uns eine schwarze Familienkutsche mit dem Obwaldner Kennzeichen 42'195. Das ist für uns Motivation genug, auch am Heimreisetag das Marathon-Training nicht zu vernachlässigen.
Nach fünf Stunden reiner Fahr-Zeit machen wir in der Po-Ebene Mittagsrast. Die Jungmannschaft kocht im Wohnmobil Penne und Tomatensauce, und wir sind dankbar, dass wir die Beine vertreten gehen dürfen.
Wir joggen bei feuchtwarmer Mittagshitze auf einer kaum befahrenen Nebenstrasse den Reisfeldern entlang. Am Wegrand huschen unzählige Eidechsen davon. Und aus den noch feuchten Wassergräben fliehen tausende von Wasserfröschen aufwärts ins Reis-Dickicht, als sie uns wahrnehmen. Wie eine Welle lösen wir mit unseren Schatten oder den Erschütterungen von unseren Trampel-Schritten dieses Massen-Gehüpfe jeweils ein, zwei Meter vor uns aus. Ein faszinierendes Schauspiel - noch nie haben wir so viele Frösche auf's Mal gesehen!
Auf dem ersten Kilometer löst sich die Verspannung vom Tempotraining und wir müssen uns Mühe geben "nur" mit 6:00 Min./km dahinzutraben. Unser Weg führt uns haargenau bis zum Quell-Brunnen vor der Kirche von San Germano, und wir wagen es, ein paar kühlende Schlucke Wasser zu trinken.
Auf der selben Strecke geht's wieder zurück. Das leise Lüftchen, das uns auf dem Hinweg gekühlt hatte, ist nun nicht mehr zu spüren. Und auf den letzten zwei Kilometern wird es sehr heiss.
Bei einem Jogging sollte ein bisschen Hitze ja nichts ausmachen. Eine dunkle Vorahnung steigt in uns auf.
Andis Erkältung scheint doch eher schlimmer als besser zu werden. Zum Husten kommen im Laufe des Tages Kopf- und Gliederschmerzen und gegen Abend gar Schüttelfrost dazu. Und meine Halsschmerzen haben sich nun auch festgesetzt...
Morgen wird es keinen Blogeintrag geben. Statt auf einen Regen-Longrun setzen wir auf einen Ruhetag!
10 km Jogging 5:56 Min./km / Puls 120
+/- 25 hm / 24° feuchtheiss
Track http://connect.garmin.com/activity/230755895
Nach fünf Stunden reiner Fahr-Zeit machen wir in der Po-Ebene Mittagsrast. Die Jungmannschaft kocht im Wohnmobil Penne und Tomatensauce, und wir sind dankbar, dass wir die Beine vertreten gehen dürfen.
Wir joggen bei feuchtwarmer Mittagshitze auf einer kaum befahrenen Nebenstrasse den Reisfeldern entlang. Am Wegrand huschen unzählige Eidechsen davon. Und aus den noch feuchten Wassergräben fliehen tausende von Wasserfröschen aufwärts ins Reis-Dickicht, als sie uns wahrnehmen. Wie eine Welle lösen wir mit unseren Schatten oder den Erschütterungen von unseren Trampel-Schritten dieses Massen-Gehüpfe jeweils ein, zwei Meter vor uns aus. Ein faszinierendes Schauspiel - noch nie haben wir so viele Frösche auf's Mal gesehen!
Auf dem ersten Kilometer löst sich die Verspannung vom Tempotraining und wir müssen uns Mühe geben "nur" mit 6:00 Min./km dahinzutraben. Unser Weg führt uns haargenau bis zum Quell-Brunnen vor der Kirche von San Germano, und wir wagen es, ein paar kühlende Schlucke Wasser zu trinken.
Auf der selben Strecke geht's wieder zurück. Das leise Lüftchen, das uns auf dem Hinweg gekühlt hatte, ist nun nicht mehr zu spüren. Und auf den letzten zwei Kilometern wird es sehr heiss.
Bei einem Jogging sollte ein bisschen Hitze ja nichts ausmachen. Eine dunkle Vorahnung steigt in uns auf.
Andis Erkältung scheint doch eher schlimmer als besser zu werden. Zum Husten kommen im Laufe des Tages Kopf- und Gliederschmerzen und gegen Abend gar Schüttelfrost dazu. Und meine Halsschmerzen haben sich nun auch festgesetzt...
Morgen wird es keinen Blogeintrag geben. Statt auf einen Regen-Longrun setzen wir auf einen Ruhetag!
10 km Jogging 5:56 Min./km / Puls 120
+/- 25 hm / 24° feuchtheiss
Track http://connect.garmin.com/activity/230755895
Freitag, 5. Oktober 2012
Lieblings-Training zum Abschied
Rasend schnell ist die zweite Ferienwoche verflogen. Und das ausgedehnte Mitteltempo-Training ist für dieses Jahr der letzte Lauf auf Elba. Die Insel überrascht uns dazu mit einem märchenhaft pastellfarbenen Morgenhimmel. In den Ebenen und auf dem Kap ist es wunderbar kühl, nur in den Talschlüssen ist die gespeicherte Sonnen-Wärme des Vortages zu spüren.
Für mich "laufen" die 15 Kilometer im Mitteltempo diese Woche einfach perfekt. Andis Erkältung scheint am Abklingen zu sein. Er wollte sich dieses letzte Training um keinen Preis entgehen lassen, müht sich dann aber ziemlich ab, was Pulswerte und Anstrengung anbelangt.
Wir achten darauf, die Soll-Geschwindigkeit auf keinen Fall zu unterbieten, und hoffen dass das erholsame Frühstück im "Miramar" und ein gemütlicher Strandtag den morgendlichen "Krampf" kompensieren können!
15 km Mitteltempo 1:12:26 / 4:49.7 Min./km / Puls 146.5
+/- 103 hm
in 20.3 km / 5:13 Min./km / Puls 139
+/- 135 hm / 16° leichter Südwind, herrlich kühl
Track http://connect.garmin.com/activity/230103050
Für mich "laufen" die 15 Kilometer im Mitteltempo diese Woche einfach perfekt. Andis Erkältung scheint am Abklingen zu sein. Er wollte sich dieses letzte Training um keinen Preis entgehen lassen, müht sich dann aber ziemlich ab, was Pulswerte und Anstrengung anbelangt.
Wir achten darauf, die Soll-Geschwindigkeit auf keinen Fall zu unterbieten, und hoffen dass das erholsame Frühstück im "Miramar" und ein gemütlicher Strandtag den morgendlichen "Krampf" kompensieren können!
15 km Mitteltempo 1:12:26 / 4:49.7 Min./km / Puls 146.5
+/- 103 hm
in 20.3 km / 5:13 Min./km / Puls 139
+/- 135 hm / 16° leichter Südwind, herrlich kühl
Track http://connect.garmin.com/activity/230103050
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Rekognoszieren einer Etappe der Elba-Marathon-Tour
Wenn man vom Strand in Lacona Richtung Hinterland blickt, fällt am Monte Orello eine tiefe, rote, horizontale Narbe auf. Jahrelang fragten wir uns, wie wohl die Aussicht von dort oben sei. Doch wir konnten den Zugang zur Forststrasse am Fuss des Pinienwaldes nie finden.
Dank neuem Buch und neuer 1:25'000 Karte entdeckten wir dieses Jahr, dass ein schöner Trail direkt von unserer Pinien-Kap-Trainingsstrecke zu der besagten Strasse hochführt.
Und weiterhin, dass es sich dabei um eine Etappe der Elbamarathon-Tour handeln muss. Das ist ein Etappen-Marathon. Start und Ziel liegen jeweils in Lacona. Und man absolviert an vier Tagen zwei Bergläufe, einen Strassen- und einen Strandlauf.
Wir stellen es uns traumhaft vor, anfangs Mai auf geschlungenen Trails durch die blühende Inselwelt zu laufen!
Die Aussicht auf die Buchten Golfo Stella und Golfo di Lacona und die reich bestellten Gärten zwischen Strand und Pinienwald ist von der Forststrasse tatsächlich atemberaubend.
Und wir konnten für einmal von hoch oben auf's Capo ai pini hinunterschauen.
10 km
per Bike und zu Fuss
Track http://connect.garmin.com/activity/229957881
Dank neuem Buch und neuer 1:25'000 Karte entdeckten wir dieses Jahr, dass ein schöner Trail direkt von unserer Pinien-Kap-Trainingsstrecke zu der besagten Strasse hochführt.
Und weiterhin, dass es sich dabei um eine Etappe der Elbamarathon-Tour handeln muss. Das ist ein Etappen-Marathon. Start und Ziel liegen jeweils in Lacona. Und man absolviert an vier Tagen zwei Bergläufe, einen Strassen- und einen Strandlauf.
Wir stellen es uns traumhaft vor, anfangs Mai auf geschlungenen Trails durch die blühende Inselwelt zu laufen!
Die Aussicht auf die Buchten Golfo Stella und Golfo di Lacona und die reich bestellten Gärten zwischen Strand und Pinienwald ist von der Forststrasse tatsächlich atemberaubend.
Und wir konnten für einmal von hoch oben auf's Capo ai pini hinunterschauen.
10 km
per Bike und zu Fuss
Track http://connect.garmin.com/activity/229957881
Im Alleingang...
... muss ich heute trainieren. Obwohl wir gestern einen Ruhetag eingelegt hatten, plagen Andi nun verstopfte Nebenhöhlen und Reizhusten. Er nimmt sich vor, ganz gemütlich ein bisschen traben zu gehen, während ich eine Runde um Lacona laufe und den üblichen Weg übers Capo ai Pini einschlage.
Ich bin sehr erstaunt, als Andi mir auf dem Kap entgegenkommt. Er hat sich dem Bann des Sonnenaufganges nicht entziehen können und ist doch bis ganz hoch gejoggt.
Nach der obligaten Fotopause laufe ich alleine der Nordküste entgegen. Einmalig ist heute die Farbenpracht der Vegetation, durch die das intensiv goldene Morgenlicht schräg einfällt.
Über der alten Fluchtburg von Volteraio schiebt der nun sanfte Südwind dichte Wolken zusammen und lässt die Bergkämme dramatisch erscheinen.
Es fällt mir nicht schwer, diesen halben Longrun zu laufen, obwohl die Kilometer alleine unterwegs nicht so schnell verfliegen. Ein bisschen kratzt es allerdings auch in meinem Hals, und ich habe grössten Respekt vor dem 15 km Mitteltempo-Training, das wir uns für morgen vorgenommen haben...
16 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 127
+/- 125 hm / 16°
Track http://connect.garmin.com/activity/229803281
Ich bin sehr erstaunt, als Andi mir auf dem Kap entgegenkommt. Er hat sich dem Bann des Sonnenaufganges nicht entziehen können und ist doch bis ganz hoch gejoggt.
Nach der obligaten Fotopause laufe ich alleine der Nordküste entgegen. Einmalig ist heute die Farbenpracht der Vegetation, durch die das intensiv goldene Morgenlicht schräg einfällt.
Über der alten Fluchtburg von Volteraio schiebt der nun sanfte Südwind dichte Wolken zusammen und lässt die Bergkämme dramatisch erscheinen.
Es fällt mir nicht schwer, diesen halben Longrun zu laufen, obwohl die Kilometer alleine unterwegs nicht so schnell verfliegen. Ein bisschen kratzt es allerdings auch in meinem Hals, und ich habe grössten Respekt vor dem 15 km Mitteltempo-Training, das wir uns für morgen vorgenommen haben...
16 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 127
+/- 125 hm / 16°
Track http://connect.garmin.com/activity/229803281
Dienstag, 2. Oktober 2012
Run and hike
Unser Training führt uns in lockerem Tempo abermals über das Capo ai Pini. Um sich auf einen flachen Marathon vorzubereiten, gibt es hier keine bessere Strecke. Die hügelige Insel wäre voller herrlicher Trails und würde sich bestens fürs Berglauf-Training eignen...
Auf direktestem Weg machen wir uns auf den Abstieg nach Poggio. Zuerst steigen wir über steile, felsige Serpentinen hinab. Erstaunlicherweise bewegen wir uns auf nur 1000 Meter über Meer über der Baumgrenze. Hier wächst fast nur stacheliger Dornginster. Bequem gelangen wir auf grossen, manchmal wackeligen, aufgeschichteten Granitplatten quer durch einen Geröllhang, und wir erreichen sicher den Wald. Hier wachsen viele Erdbeerbäume, welche reichlich reife Früchte tragen.
Unser Wanderweg gleicht einer kilometerlangen Treppe, und das unaufhörliche Runtersteigen beansprucht die Oberschenkel und Knie heftig. Doch die Aussicht und die absolute Stille in den Bergen ist beeindruckend und entschädigt für die Mühen.
Jedes Jahr zieht uns die herbe Schönheit des Insel-Westens von Neuem in ihren Bann. Tief liegen die Zivilisations-Nester unter uns, und am Horizont verschmilzt das Meer mit dem Himmel - es ist einfach gewaltig eindrücklich, sich so klein und unwichtig wahrzunehmen in dieser beeindruckenden Landschaft!
Nach der Hälfte des Abstiegs kommen wir an einem aus Bruchsteinen errichteten Hirten-Unterstand vorbei. Der manchmal schwer zu findende Pfad führt uns abermals direkt zwischen faszinierenden Tafoni-Fels-Gebilden hindurch.
Dann wird die Vegetation dichter. Der Weg bleibt steil und die mit Flechten überwachsenen Steinstufen sind nach dem gestrigen Gewitter rutschig. Eineinhalb Stunden brauchen wir um die 3.5 Kilometer und 670 Höhenmeter lange Natur-Treppe hinunter nach Poggio zu bewältigen.
Unsere Jungmannschaft legt nach dem Mittagessen zurück bei der Seilbahnstation in Marciana eine Siesta ein.
Andi und ich können es jedoch nicht lassen, auch noch den Pilgerweg zum ältesten Wallfahrtsort der Insel unter die Füsse zu nehmen.
Auf Treppenwegen steigen wir zuerst durch die engen Gassen des verwinkelten Bergdorfes.
Dann geht's auf dem steilen, breiten, mit Natursteinen treppenartig gepflasterten Weg an 14 Kreuzwegkappellen vorbei hinan durch den Kastanienwald. Nach rechts schweift unser Blick nun über die Nordküste und wie könnte es anders sein, zu weiteren berühmten Tafoni-Fels-Formationen, zum Beispiel dem "Uomo masso" und dem "Aquila".
Hinter uralten Kastanienbäumen versteckt sich die Kirche Madonna del Monte schliesslich auf einem Hochplateau am Fusse des Monte Giove.
Sie strahlt uns mit ihrer neu renovierten Fassade entgegen. Wir füllen unsere Trinkbecher bei der halbrunden Brunnenanlage, welche wie die Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammt. Aus einem der vier löwenköpfigen Wasserspeier fliesst noch ständig frisches Quellwasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Wir wünschen uns, dass das kühle Nass gegen Andis zunehmende Erkältung hilft...
Einen Moment verweilen wir in der Stille des feuchten, dämmerigen, nur durch Kerzen feierlich erhellten Kirchenraumes. Und nach einem kurzen Abstecher auf die Sandpiste, auf der man innerhalb dreier Wanderstunden an die Westküste gelangen könnte, machen wir uns auf den Rückweg nach Marciana.
10.4 km Wanderung 3:10 Stunden
+ 400 hm / - 1000 hm
Tracks
http://connect.garmin.com/activity/229489707
http://connect.garmin.com/activity/229489721
Doch wir lieben das Pinien-Kap und vor allem die fantastischen Sonnenaufgänge und Wolkengebilde über dem Meer, die es dort jeden Tag in neuer Schönheit zu bewundern gibt.
Zum ersten Mal in diesen Ferien kräuselt sich das Meer heute nur leicht, und wir unternehmen direkt nach dem Morgenkaffee eine kurze erholsame Schwimm-Runde.
12.2 km lockerer Lauf
5:39 Min./km
Puls 121
Puls 121
+/- 95 hm / 18°
Heute zieht es uns in die Berge. Bereits um 11 Uhr zwängen wir uns in Marciana in die knallgelben Körbe der Steh-Seilbahn, welche uns auf den höchsten Inselberg, den 1018 Meter hohen Monte Capanne bringen.
Über bequem angelegte Felsenstufen kann jedermann sicher zu dessen Gipfel gelangen.
Watteweisse Wolkenfetzen wogen ab und zu vorbei. Doch mit etwas Geduld können wir das gesamte, atemberaubende Rundum-Panorama bewundern. Die Sicht reicht von Korsika bis zum Festland und über die Hügel, Täler, die zerklüfteten Berge und die unzähligen Buchten der Insel.
Auf direktestem Weg machen wir uns auf den Abstieg nach Poggio. Zuerst steigen wir über steile, felsige Serpentinen hinab. Erstaunlicherweise bewegen wir uns auf nur 1000 Meter über Meer über der Baumgrenze. Hier wächst fast nur stacheliger Dornginster. Bequem gelangen wir auf grossen, manchmal wackeligen, aufgeschichteten Granitplatten quer durch einen Geröllhang, und wir erreichen sicher den Wald. Hier wachsen viele Erdbeerbäume, welche reichlich reife Früchte tragen.
Unser Wanderweg gleicht einer kilometerlangen Treppe, und das unaufhörliche Runtersteigen beansprucht die Oberschenkel und Knie heftig. Doch die Aussicht und die absolute Stille in den Bergen ist beeindruckend und entschädigt für die Mühen.
Jedes Jahr zieht uns die herbe Schönheit des Insel-Westens von Neuem in ihren Bann. Tief liegen die Zivilisations-Nester unter uns, und am Horizont verschmilzt das Meer mit dem Himmel - es ist einfach gewaltig eindrücklich, sich so klein und unwichtig wahrzunehmen in dieser beeindruckenden Landschaft!
Nach der Hälfte des Abstiegs kommen wir an einem aus Bruchsteinen errichteten Hirten-Unterstand vorbei. Der manchmal schwer zu findende Pfad führt uns abermals direkt zwischen faszinierenden Tafoni-Fels-Gebilden hindurch.
Dann wird die Vegetation dichter. Der Weg bleibt steil und die mit Flechten überwachsenen Steinstufen sind nach dem gestrigen Gewitter rutschig. Eineinhalb Stunden brauchen wir um die 3.5 Kilometer und 670 Höhenmeter lange Natur-Treppe hinunter nach Poggio zu bewältigen.
Unsere Jungmannschaft legt nach dem Mittagessen zurück bei der Seilbahnstation in Marciana eine Siesta ein.
Andi und ich können es jedoch nicht lassen, auch noch den Pilgerweg zum ältesten Wallfahrtsort der Insel unter die Füsse zu nehmen.
Auf Treppenwegen steigen wir zuerst durch die engen Gassen des verwinkelten Bergdorfes.
Dann geht's auf dem steilen, breiten, mit Natursteinen treppenartig gepflasterten Weg an 14 Kreuzwegkappellen vorbei hinan durch den Kastanienwald. Nach rechts schweift unser Blick nun über die Nordküste und wie könnte es anders sein, zu weiteren berühmten Tafoni-Fels-Formationen, zum Beispiel dem "Uomo masso" und dem "Aquila".
Hinter uralten Kastanienbäumen versteckt sich die Kirche Madonna del Monte schliesslich auf einem Hochplateau am Fusse des Monte Giove.
Sie strahlt uns mit ihrer neu renovierten Fassade entgegen. Wir füllen unsere Trinkbecher bei der halbrunden Brunnenanlage, welche wie die Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammt. Aus einem der vier löwenköpfigen Wasserspeier fliesst noch ständig frisches Quellwasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Wir wünschen uns, dass das kühle Nass gegen Andis zunehmende Erkältung hilft...
Einen Moment verweilen wir in der Stille des feuchten, dämmerigen, nur durch Kerzen feierlich erhellten Kirchenraumes. Und nach einem kurzen Abstecher auf die Sandpiste, auf der man innerhalb dreier Wanderstunden an die Westküste gelangen könnte, machen wir uns auf den Rückweg nach Marciana.
10.4 km Wanderung 3:10 Stunden
+ 400 hm / - 1000 hm
Tracks
http://connect.garmin.com/activity/229489707
http://connect.garmin.com/activity/229489721
Montag, 1. Oktober 2012
Joggen und "ein bisschen" biken
Im Reiseführer habe ich nachgelesen, welche Gewürzpflanzen den betörenden Duft auf Elba ausmachen. Es sind vor allem Rosmarin, Thymian, Minze, Oregano, Salbei und Myrthe welche uns tagtäglich auf unseren Touren begleiten. Dazu riecht es noch herrlich nach Pininen-Harz, der feuchten Erde und nach Meer...
Es braucht also nicht viel Motivation, jeden Morgen die Schuhe zu schnüren. Die zauberhaften Sonnenaufgänge kommen ja hinzu. Und wenn dann noch die Fasane über den Weg laufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Diese lockeren Joggings sind auch für die Erholung genial. Fühlen sich die Beine auf dem ersten Kilometer noch sehr verspannt an, so eilen sie auf dem Letzten doch wieder flink ins "Miramar" zum Morgenkaffee.
8.8 km Jogging 5:58 Min./km / Puls 113
+/- 55 hm / 16° nach Gewitter
Track http://connect.garmin.com/activity/228926501
Der Sand ist nach dem heftigen Gewitter von gestern Abend nass. Niemand hat Lust den Tag am Strand zu verbringen. Die Teenager wollen ihre Lese-Hausaufgaben erledigen. Und Andi schlägt vor, "ein bisschen" biken zu gehen. Er möchte den alten Pass Colle Reciso zwischen der Flugplatz-Ebene von La Pila und dem Bergdorf Poggio suchen gehen. Auf der Landkarte ist dieser Weg als Mountain-Bike Strecke markiert. Bei mir sträuben sich schon leicht die Nackenhärchen. Ich bin höchstens eine "Feldweg-Bikerin" und hab es gar nicht mit hochprozentigen Kletterstrecken und Downhill-Fahrten über Stock und Stein...
Ohne zu Mittag gegessen zu haben und nur mit einer kleinen Flasche mit verdünntem Apfel-Schorle im Getränkehalter brechen wir auf. Heiss und stechend scheint die Sonne beim knapp halbstündigen Aufstieg zum Monumento-Pass. 260 Höhenmeter gilt es über das Kap auf der rechten Seite der Lacona-Bucht zu "klettern". Die rassige Abfahrt zur Abzweigung nach Filetto ist ein kurzes, herrliches und abkühlendes Vergnügen.
Wir kurven rasant durch das verwinkelte Dorf und werden abrupt von einem Erdhaufen gebremst, der neben einer Baugrube liegt, welche die ganze enge Strasse einnimmt. Es bleibt nichts anderes übrig, als das Bike zu schultern und über den matschigen Dreckhaufen zu klettern.
Schnell radeln wir der Landebahn des winzigen Flughafens entlang, erreichen die Hauptstrasse nach Procchio und finden eine schmale nicht markierte Seitenstrasse, welche der Bike-Strecke Nr. 11 auf der Karte zu entsprechen scheint.
Bereits nach der ersten Kurve begrüsst uns die alte Passstrasse nach Poggio mit einem so steilen Anstieg, dass ich im kleinsten Gang kaum mehr vorankomme und das Vorderrad immer wieder abhebt.
In vielen Kurven windet sich die Betonpiste dem 230 Meter hohen Monte Castello entgegen. Sie gibt immer wieder phantastische Ausblicke auf die Flugplatz-Ebene und die zu schweben scheinenden Bergdörfer Sant' Ilario und San Piero preis. Wir klettern krampfend vorbei an traumhaft gelegenen Häusern mit schönen Oliventerrassen, Gemüsegärten und Veranden. Und ich träume davon zwischen zwei Zitronenbäume eine Hängematte aufzuspannen und die Aussicht in Ruhe geniessen zu können...
Der Weg geht nun in eine vom Regen aufgeweichte Sandpiste über. Lustig zischt es unter den Bike-Rädern, während wir weiter bizarren Tafoni-Felsen entgegenfahren, deren Name vom korsischen Wort tafonare für durchlöchern stammt. Hätten wir nicht mit eigenen Augen ein Auto vorbeifahren sehen, hätten wir es nicht für möglich gehalten, dass diese Piste befahrbar ist.
Kurz nach der Passhöhe stehen wir plötzlich an einer Weggabelung, welche uns zu denken gibt. Laut dem wackeligem, handgepinselten, mit Draht befestigten Holzschild geht es nach links zum Monte Perone und rechts zur Paolina-Bucht. Beides sind nicht unsere Ziele.
Nach intensivem Kartenstudium entscheiden wir uns für die zweite Möglichkeit, während sich über dem Monte Perone dicke, dunkle Wolken zusammenbrauen.
Steil bergab rutschen wir knapp hundert Meter. Und nach einer Kurve heisst es wechselnd fahren, gehen und schieben. Der Weg führt durch tief ausgewaschene Erosionsrinnen, über lose oder grobe Felsbrocken und durch immer dichter werdende Macchia. Auch wenn die Richtung sicher stimmt, erwachen leise Zweifel, ob wir nicht in die Irre "fahren"...
Bald verläuft der Weg quer zum Hang. Wie in einem Tunnel fahren und gehen wir durch dichtes Gestrüpp aus Steineichen und Erdbeerbäumen, von welchen lianenartige Gewächse und fiese, dornige Brombeer-Ranken hängen.
Wir sehen häufig Mufflonspuren, und entdecken gar krokusartige, gelbe Herbstgoldbecher, welche die Feuchtigkeit der letzten Tage hervorgezaubert hat.
Unvermittelt taucht Wanderweg Nr. 16 auf, welcher gemäss Karte gar nicht hier verlaufen sollte. Wir folgen trotzdem dem Schildchen mit dem Bike-Symbol. Doch vor lauter Vermuten, Planen und Entscheiden verpassen wir glatt das Kirchlein Santa Rita. Dies geht uns aber erst später auf, als wir, in einem sehr steilen Aufstieg, eine rote Inschrift mit Pfeil gegen unsere Fahrtrichtung entdecken.
Wir sind beruhigt, als wir an einer Kreuzung auf eine Fahrstrasse treffen. Noch besser fühlen wir uns, als uns zwei nach dem Weg zur Küstenstrasse fragende Autofahrer erklären, dass unser Ziel Poggio drei Kilometer weiter am Ende der Strasse liege.
Bald entdecken wir das Pilgerkirchlein Madonna del buon consiglio. Wir sind auf dem richtigen Weg!
Kurz darauf öffnet sich der Blick auf unser Ziel. Das Bergdorf Poggio thront 350 Meter über dem Meer auf einer Felsnase im Kastanienwald über uns.
Es scheint verlockend, dem MTB-Marathon-Wegweiser zu folgen, der eine zwar beschwerliche, gefährliche und ungesicherte, aber nur 600 Meter lange Abkürzung nach Poggio hoch verspricht.
Wir entschliessen uns zum Abstecher in den dichtem Edelkastanienwald. Es geht nicht lange, und wir waten knöcheltief durch von Wildschweinen aufgewühlte Erdwege. Wir gelangen in einen wilden Talschluss, über den eine uralte, wildromantische, gemauerte Bogenbrücke führt. Schliesslich geht es steil bergauf über einen mit runden Steinen gepflasterten Weg ins Dorf hinein. Wir fragen uns, was an diesem Wegstück denn nun gefährlich gewesen sein soll?
Trotzdem sind wir erleichtert, dass es bis zu unserer Lieblings-Bar nur noch wenige hundert Meter weit ist. Nach 1:45 Stunden Fahrt sind wir richtig ausgehungert.
Im "La Dolce Vita" bestellen wir Schiaccine mit Mozzarella und Wildschwein-Schinken. Und staunen über die riesigen Doppelportionen, die uns serviert werden. Zum Kaffee teilen wir uns das letzte Stück der legendär feinen dunkel dunkelbraunen, feuchten Schoggitorte, von der es in der kleinen Bar jeden Tag nur eine gibt.
Etwas besorgt beobachten wir die dunklen Wolken, welche immer tiefer ins Tal hinunter getrieben werden.
Wir entschliessen uns für den kürzesten Weg nach Hause. Doch dieser führt über den Monte Perone. Bis zum höchsten Punkt sind es ab Poggio vier Kilometer und noch einmal 300 Höhenmeter.
Genau als wir beim Schild vorbeifahren, welches die Autofahrer auf die gefährliche, kurvige, schmale und steile Strecke aufmerksam macht, grollt hinter den Bergen der erste Donner. Es heisst sich zu sputen.
Schneller als gewollt erklimmen wir die kurvige Passstrasse durch den dichten Kastanien- und später Pinienwald.
Immer undurchsichtiger wird der Nebel, der uns bald umfängt. Immer näher und bedrohlicher donnert es. Blitze erhellen den feuchten Wolken-Nebel grellgelb, orange oder bläulich. Nun sträuben sich uns die Nackenhaare wirklich und ich gebe alles beim Turbobiken, so dass mein Puls bis 160 klettert!
In rasanter Fahrt überwinden wir den höchsten Punkt und versuchen den Schlaglöchern auszuweichen. Die wenigen Autos, die uns entgegenkommen sind regennass.
Und nach knapp zwei Kilometer Abfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen. Innert Sekunden sind wir triefnass bis auf die Haut. Das Wasser rinnt den Beinen entlang in Strömen direkt in die Schuhe. Und schlagartig wird uns kalt.
Kontrolliert flitzen wir mit quietschenden Bremsen unendlich viele Serpentinen hinunter.
Es geht an der dachlosen Chiesa San Giovanni und dem gleichnamigen Wehrturm vorbei. Wir tauchen unter den Wolken hervor und sehen, dass es vor uns heller wird.
Von einem Bike-Rennen her sind noch die Steigungsprozente der Bergstrasse zu lesen. Über bis zu 21 % Gefälle düsen wir Sant' Illario entgegen.
Dann gibt es auf dem Weg ins Dörfchen La Pila viele weitere enge Haarnadelnkurven zu überwinden.
Unten angekommen geben wir tüchtig Gas, um wieder auf eine angenehme Körpertemperatur zu kommen.
Der Regen lässt nach. Und spätestens am Monumento-Pass sind wir die Temperatur-Sorgen los. Immer noch trennen uns fast 300 Höhenmeter vom Wohnmobil auf dem Campingplatz in Lacona.
Von hinten blinzeln jetzt erste Sonnenstrahlen durch die Wolken.
Tritt für Tritt geht es die steilen Kurven hinan. Und die Insel duftet auch im Regen verführerisch nach Gewürzen.
Schliesslich ist der letzte Pass gemeistert.
Unsere Bergab-Schussfahrt unterbrechen wir noch kurz durch einen Fotohalt zum Festhalten des Regenbogens über der Bucht von Lacona.
Dann heisst es: nächster Halt, heisse Dusche! Und wir hoffen, dass die kurzzeitige Unterkühlung ohne Folgen bleibe!
40.6 km Biketour / 3:20:30 Stunden / 12.2 km/h / Puls 122 / +/- 1155 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/228926513
Es braucht also nicht viel Motivation, jeden Morgen die Schuhe zu schnüren. Die zauberhaften Sonnenaufgänge kommen ja hinzu. Und wenn dann noch die Fasane über den Weg laufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Diese lockeren Joggings sind auch für die Erholung genial. Fühlen sich die Beine auf dem ersten Kilometer noch sehr verspannt an, so eilen sie auf dem Letzten doch wieder flink ins "Miramar" zum Morgenkaffee.
8.8 km Jogging 5:58 Min./km / Puls 113
+/- 55 hm / 16° nach Gewitter
Track http://connect.garmin.com/activity/228926501
Der Sand ist nach dem heftigen Gewitter von gestern Abend nass. Niemand hat Lust den Tag am Strand zu verbringen. Die Teenager wollen ihre Lese-Hausaufgaben erledigen. Und Andi schlägt vor, "ein bisschen" biken zu gehen. Er möchte den alten Pass Colle Reciso zwischen der Flugplatz-Ebene von La Pila und dem Bergdorf Poggio suchen gehen. Auf der Landkarte ist dieser Weg als Mountain-Bike Strecke markiert. Bei mir sträuben sich schon leicht die Nackenhärchen. Ich bin höchstens eine "Feldweg-Bikerin" und hab es gar nicht mit hochprozentigen Kletterstrecken und Downhill-Fahrten über Stock und Stein...
Ohne zu Mittag gegessen zu haben und nur mit einer kleinen Flasche mit verdünntem Apfel-Schorle im Getränkehalter brechen wir auf. Heiss und stechend scheint die Sonne beim knapp halbstündigen Aufstieg zum Monumento-Pass. 260 Höhenmeter gilt es über das Kap auf der rechten Seite der Lacona-Bucht zu "klettern". Die rassige Abfahrt zur Abzweigung nach Filetto ist ein kurzes, herrliches und abkühlendes Vergnügen.
Wir kurven rasant durch das verwinkelte Dorf und werden abrupt von einem Erdhaufen gebremst, der neben einer Baugrube liegt, welche die ganze enge Strasse einnimmt. Es bleibt nichts anderes übrig, als das Bike zu schultern und über den matschigen Dreckhaufen zu klettern.
Schnell radeln wir der Landebahn des winzigen Flughafens entlang, erreichen die Hauptstrasse nach Procchio und finden eine schmale nicht markierte Seitenstrasse, welche der Bike-Strecke Nr. 11 auf der Karte zu entsprechen scheint.
Bereits nach der ersten Kurve begrüsst uns die alte Passstrasse nach Poggio mit einem so steilen Anstieg, dass ich im kleinsten Gang kaum mehr vorankomme und das Vorderrad immer wieder abhebt.
In vielen Kurven windet sich die Betonpiste dem 230 Meter hohen Monte Castello entgegen. Sie gibt immer wieder phantastische Ausblicke auf die Flugplatz-Ebene und die zu schweben scheinenden Bergdörfer Sant' Ilario und San Piero preis. Wir klettern krampfend vorbei an traumhaft gelegenen Häusern mit schönen Oliventerrassen, Gemüsegärten und Veranden. Und ich träume davon zwischen zwei Zitronenbäume eine Hängematte aufzuspannen und die Aussicht in Ruhe geniessen zu können...
Der Weg geht nun in eine vom Regen aufgeweichte Sandpiste über. Lustig zischt es unter den Bike-Rädern, während wir weiter bizarren Tafoni-Felsen entgegenfahren, deren Name vom korsischen Wort tafonare für durchlöchern stammt. Hätten wir nicht mit eigenen Augen ein Auto vorbeifahren sehen, hätten wir es nicht für möglich gehalten, dass diese Piste befahrbar ist.
Kurz nach der Passhöhe stehen wir plötzlich an einer Weggabelung, welche uns zu denken gibt. Laut dem wackeligem, handgepinselten, mit Draht befestigten Holzschild geht es nach links zum Monte Perone und rechts zur Paolina-Bucht. Beides sind nicht unsere Ziele.
Nach intensivem Kartenstudium entscheiden wir uns für die zweite Möglichkeit, während sich über dem Monte Perone dicke, dunkle Wolken zusammenbrauen.
Steil bergab rutschen wir knapp hundert Meter. Und nach einer Kurve heisst es wechselnd fahren, gehen und schieben. Der Weg führt durch tief ausgewaschene Erosionsrinnen, über lose oder grobe Felsbrocken und durch immer dichter werdende Macchia. Auch wenn die Richtung sicher stimmt, erwachen leise Zweifel, ob wir nicht in die Irre "fahren"...
Bald verläuft der Weg quer zum Hang. Wie in einem Tunnel fahren und gehen wir durch dichtes Gestrüpp aus Steineichen und Erdbeerbäumen, von welchen lianenartige Gewächse und fiese, dornige Brombeer-Ranken hängen.
Wir sehen häufig Mufflonspuren, und entdecken gar krokusartige, gelbe Herbstgoldbecher, welche die Feuchtigkeit der letzten Tage hervorgezaubert hat.
Unvermittelt taucht Wanderweg Nr. 16 auf, welcher gemäss Karte gar nicht hier verlaufen sollte. Wir folgen trotzdem dem Schildchen mit dem Bike-Symbol. Doch vor lauter Vermuten, Planen und Entscheiden verpassen wir glatt das Kirchlein Santa Rita. Dies geht uns aber erst später auf, als wir, in einem sehr steilen Aufstieg, eine rote Inschrift mit Pfeil gegen unsere Fahrtrichtung entdecken.
Wir sind beruhigt, als wir an einer Kreuzung auf eine Fahrstrasse treffen. Noch besser fühlen wir uns, als uns zwei nach dem Weg zur Küstenstrasse fragende Autofahrer erklären, dass unser Ziel Poggio drei Kilometer weiter am Ende der Strasse liege.
Bald entdecken wir das Pilgerkirchlein Madonna del buon consiglio. Wir sind auf dem richtigen Weg!
Kurz darauf öffnet sich der Blick auf unser Ziel. Das Bergdorf Poggio thront 350 Meter über dem Meer auf einer Felsnase im Kastanienwald über uns.
Es scheint verlockend, dem MTB-Marathon-Wegweiser zu folgen, der eine zwar beschwerliche, gefährliche und ungesicherte, aber nur 600 Meter lange Abkürzung nach Poggio hoch verspricht.
Wir entschliessen uns zum Abstecher in den dichtem Edelkastanienwald. Es geht nicht lange, und wir waten knöcheltief durch von Wildschweinen aufgewühlte Erdwege. Wir gelangen in einen wilden Talschluss, über den eine uralte, wildromantische, gemauerte Bogenbrücke führt. Schliesslich geht es steil bergauf über einen mit runden Steinen gepflasterten Weg ins Dorf hinein. Wir fragen uns, was an diesem Wegstück denn nun gefährlich gewesen sein soll?
Trotzdem sind wir erleichtert, dass es bis zu unserer Lieblings-Bar nur noch wenige hundert Meter weit ist. Nach 1:45 Stunden Fahrt sind wir richtig ausgehungert.
Im "La Dolce Vita" bestellen wir Schiaccine mit Mozzarella und Wildschwein-Schinken. Und staunen über die riesigen Doppelportionen, die uns serviert werden. Zum Kaffee teilen wir uns das letzte Stück der legendär feinen dunkel dunkelbraunen, feuchten Schoggitorte, von der es in der kleinen Bar jeden Tag nur eine gibt.
Etwas besorgt beobachten wir die dunklen Wolken, welche immer tiefer ins Tal hinunter getrieben werden.
Wir entschliessen uns für den kürzesten Weg nach Hause. Doch dieser führt über den Monte Perone. Bis zum höchsten Punkt sind es ab Poggio vier Kilometer und noch einmal 300 Höhenmeter.
Genau als wir beim Schild vorbeifahren, welches die Autofahrer auf die gefährliche, kurvige, schmale und steile Strecke aufmerksam macht, grollt hinter den Bergen der erste Donner. Es heisst sich zu sputen.
Schneller als gewollt erklimmen wir die kurvige Passstrasse durch den dichten Kastanien- und später Pinienwald.
Immer undurchsichtiger wird der Nebel, der uns bald umfängt. Immer näher und bedrohlicher donnert es. Blitze erhellen den feuchten Wolken-Nebel grellgelb, orange oder bläulich. Nun sträuben sich uns die Nackenhaare wirklich und ich gebe alles beim Turbobiken, so dass mein Puls bis 160 klettert!
In rasanter Fahrt überwinden wir den höchsten Punkt und versuchen den Schlaglöchern auszuweichen. Die wenigen Autos, die uns entgegenkommen sind regennass.
Und nach knapp zwei Kilometer Abfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen. Innert Sekunden sind wir triefnass bis auf die Haut. Das Wasser rinnt den Beinen entlang in Strömen direkt in die Schuhe. Und schlagartig wird uns kalt.
Kontrolliert flitzen wir mit quietschenden Bremsen unendlich viele Serpentinen hinunter.
Es geht an der dachlosen Chiesa San Giovanni und dem gleichnamigen Wehrturm vorbei. Wir tauchen unter den Wolken hervor und sehen, dass es vor uns heller wird.
Von einem Bike-Rennen her sind noch die Steigungsprozente der Bergstrasse zu lesen. Über bis zu 21 % Gefälle düsen wir Sant' Illario entgegen.
Dann gibt es auf dem Weg ins Dörfchen La Pila viele weitere enge Haarnadelnkurven zu überwinden.
Unten angekommen geben wir tüchtig Gas, um wieder auf eine angenehme Körpertemperatur zu kommen.
Der Regen lässt nach. Und spätestens am Monumento-Pass sind wir die Temperatur-Sorgen los. Immer noch trennen uns fast 300 Höhenmeter vom Wohnmobil auf dem Campingplatz in Lacona.
Von hinten blinzeln jetzt erste Sonnenstrahlen durch die Wolken.
Tritt für Tritt geht es die steilen Kurven hinan. Und die Insel duftet auch im Regen verführerisch nach Gewürzen.
Schliesslich ist der letzte Pass gemeistert.
Unsere Bergab-Schussfahrt unterbrechen wir noch kurz durch einen Fotohalt zum Festhalten des Regenbogens über der Bucht von Lacona.
Dann heisst es: nächster Halt, heisse Dusche! Und wir hoffen, dass die kurzzeitige Unterkühlung ohne Folgen bleibe!
40.6 km Biketour / 3:20:30 Stunden / 12.2 km/h / Puls 122 / +/- 1155 hm
Track http://connect.garmin.com/activity/228926513
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