Dienstag, 19. Juni 2012

Hügellauf und Rennrad-Abenteuer

Nur wer das Ziel kennt, findet den Weg... Diese Weisheit begegnete mir kürzlich auf dem Zettelchen eines Teebeutels. 
Ein grosses Ziel haben wir eben erreicht. Und bis wir ein weiteres Mal die Messlatte so hoch legen dürfen, dauert es fast ein halbes Jahr. So lange bin ich, was Sport anbelangt, nicht gerne ziellos unterwegs.
Doch auch das Anpeilen von kleineren Zielen kann ein motivierender Wegweiser sein! 
Unser nächstes Lauf-Ziel, liegt im Olympiastadion von Stockholm, der Weg dorthin ist sehr hügelig und wir wollen ihn ziemlich gemütlich zurücklegen. 
Das Ziel meines  Trainings muss nun ab und zu sein, mich mit den eigentlich so ungeliebten Hügeln anzufreunden. Heute versuchte ich einen guten, lockeren Rhythmus zu finden, während ich links und rechts der üblichen Trainingsstrecke auf Hügel-Suche ging. 
Doch nicht nur das Ziel kann das Ziel sein, sondern auch der Weg dorthin! Um keinen Preis hätte ich heute die blauen Kornblumen am Wegrand verpassen wollen, oder die Füchse, mit dem markant dunklen Fell, welche versteckt zwischen zwei Feldern am Mausen waren, und den Mäusebussard, der zwar protestierte, aber nicht von seinem Aussichtspunkt - einem Heusilageballen - weichen wollte, als ich kaum zwei Meter entfernt hügelaufwärts keuchte. 

13.2 km Hügellauf im Jubileums-Marathon-Tempo / 5:22 Min./km / Puls 136 / +/- 140 Höhenmeter
Track http://connect.garmin.com/activity/190550261

In Facebook und Blogs sind in letzter Zeit viele Berichte über Radtrainings zu lesen. Seit drei Jahren habe ich zwar ein Rennrad, es kam jedoch kaum zehn Mal zum Einsatz. Das letzte Mal benutzte ich es zum Beine Lockern nach dem GP 2010. Schade eigentlich! Im Runner's Artikel "Schneller werden ohne schneller zu laufen" las ich, den Tipp, man solle öfter mit dem Rad fahren z.B. zur Arbeit... Da bekam ich endgültig Mitleid mit meinem verstaubenden Sportgerät!
Ich beschloss, den Weg zum Zahnarzt mit eigener Kraft zu bewältigen. Doch als ich meinen Renner aus dem Keller holte, hingen die Pneus schlaff um die Felgen. Die Pumpe  verbarg sich gut hinter aufgestapelten Kartons. Und als ich sie endlich fand, gelang es nicht Luft in die Reifen zu kriegen, bis ich bemerkte, dass man dazu die Ventile aufschrauben muss... 
Schon völlig verschwitzt und in Zeitnot setzte ich mich auf das filigrane Gefährt. Hilfe, wie ging das schon wieder mit der Schaltung??? Irgendwie schaffte ich es vor dem ersten Anstieg runterzuschalten. Und bald düste ich mit etwas höherem Puls als gewünscht aber fast 30 km/h Geschwindigkeit Burgdorf entgegen. An Kreuzungen und in Kreiseln fühlte ich mich ziemlich verletzlich auf den schmalen Rädern. Doch ich kam noch rechtzeitig und heil in der Praxis an - dann musste ich eine Stunde warten...
Und bis ich den Heimweg antreten konnte, war es so spät, dass ich mich erneut beeilen musste, diesmal um genügend Zeit zum Kochen zu haben. Der Heimweg verlief nicht wesentlich langsamer. Doch eigentlich macht es Spass, so schnell unterwegs zu sein. Den Beinen scheint das alternative Training gut zu tun. Und der Po wird sich bestimmt an den Sattel gewöhnen, sofern ich nicht zwei Jahre warte, bis ich mich wieder auf's Rennrad schwinge!


41 km unterwegs mit dem Rennrad / 27.5 km/h / Puls 130 / +/- 230 Höhenmeter
Track http://connect.garmin.com/activity/190659520

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